Kreuzüberblattung

Allgemeines: Rahmen sind in der Regel tragende oder aussteifende Konstruktionselemente. Rahmen dürfen sich deshalb nicht verziehen. Trockene Herzbretter sind für diesen Zweck am besten geeignet. Sie müssen jedoch astfrei sein, denn Äste in Herzbrettern erscheinen als Flügeläste, die ein stärkeres Verziehen des Rahmenholzes zur Folge haben. Nicht nur die Holzauswahl ist für die Herstellung eines Rahmens wichtig, sondern auch die fachgerecht ausgeführte Verbindung. Schräg ausgearbeitete Verbindungsflächen können den Rahmen ebenfalls verziehen. Generell gilt für alle Rahmenkonstruktionen, dass aus Gründen der Ästhetik die aufrechten Rahmenhölzer durchgehen.

Die überblattung ist die einfachste Verbindung im Rahmenbau. Bei der Herstellung werden die Hölzer bis zur Hälfte der Dicke wechselseitig um die Holzbreite ausgeklinkt. Diese Verbindung muß verleimt werden.

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Arbeitsplan

  • Rahmenhölzer zuschneiden, aushobeln, und ablängen
  • Zeichnen der Hölzer
  • Position der Kreuzüberblattung auf Kante festlegen
  • Holzbreiten auf Kantenflächen anreißen
  • überwinkeln:
    - aufrechtes Stück: Auf Kanten und Rückseite
    - Querstück: Auf Kanten und Vorderseite
  • Ausklinkung anreißen (halbe Holzstärke)
  • Abfallendes Holz kennzeichnen
  • Ausklinkungen einsägen
  • Ausklinkungen ausstemmen
  • Ausklinkung mit Grundhobel ebnen, anfasen
  • Verbindung einpassen
  • Innenkanten putzen
  • Verleimen
  • Putzen und Kanten brechen

Die überblattung wird vorwiegend bei einfachen Arbeiten oder bei sehr schwachen Rahmenhölzern angewendet.

 

Zeichnung

kreueb2.jpg (17233 Byte)

 

1 = aufrechtes Stück
2 = Querstück

 

Erklärungen zu den Arbeitsschritten

v_kreuzueb_zeichnen.gif (1734 Byte)
  • Rahmenhölzer zuschneiden, aushobeln, und ablängen
  • Zeichnen der Hölzer mit dem Schreinerdreieck (siehe Zeichnung)
kreuzüb1.jpg (1995 Byte)
  • Position der Kreuzüberblattung auf den Kantenflächen mit kurzen Markierungsstrichen festlegen
kreuzüb3.jpg (4334 Byte)
  • Gegenstück an Markierung anlegen und Holzbreite anzeichnen
  • Markierungsstriche auf der Kantenfläche mit Winkel verlängern und...
  • überwinkeln:
    - aufrechtes Stück: Auf Kanten und Rückseite
    - Querstück: Auf Kanten und Vorderseite
kreuzüb4.jpg (3997 Byte)
  • Ausklinkung mit Streichmaß von der Zeichenseite ausgehend anreißen (halbe Holzstärke)
  • Abfallendes Holz mit Kreuz kennzeichnen
kreuzüb5.jpg (5081 Byte)
  • Ausklinkungen mit Feinsäge einsägen (auf halben Riss im abfallenden Holz); ggf. bei wirbeligem Faserverlauf abfallendes Holz mehrmals einsägen
kreuzüb6.jpg (9141 Byte)
  • Ausklinkungen ausstemmen (Achtung Faserverlauf beachten - siehe B) Beim Ausstemmen ca. 1mm vom Streichmaßriss entfernt bleiben (siehe A)
kreuzüb7.jpg (6274 Byte)
  • Ausklinkung mit Grundhobel ebnen
  • Ausklinkung (an Kante, nicht an Brüstung) anfasen
  • Verbindung einpassen
  • Innenkanten putzen (schleifen)
  • Verleimen
  • Putzen (schleifen) und Kanten brechen
  • Verbindung einpassen
  • Innenkanten putzen (schleifen)
  • Verleimen
  • Putzen (schleifen) und Kanten brechen

 

 


 

Quellenverzeichnis (Grafiken):

Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB), Berlin:
Holzverbindungen und Verbindungsmittel
Beuth Verlag GmbH
Berlin 1986, 3. unveränderte Auflage
ISBN 3-410-38386-7 (Bestellung)

weitere Grafiken von Volker Scharfe