Buche

Kurzzeichen gem. DIN 4076: Buche (BU)
Europäschisches Kurzzeichen gem. DIN EN 13556: Buche (FASY, EU), amerikanische Buche (FAGR, AM), Orientbuche (FAOR, AS), Hainbuche siehe hier

 

Buche (Fagus) , Beech, Hetre
Umfangreiche Familie (Fagaceae) - Buchengewächse mit zahlreichen Arten laubwerfender, sommergrüner Bäume, ausschließlich in der nördlichen Hemisphäre. Hauptverbreitungsgebiet ist Europa von 40° bis 60° nördlicher Breite und südöstliche Randgebiete.

Bilder: Baum und Rinde

Buche Buche

Familie: Fagaceae

Gemeine Buche, Rot-Buche (Fagus sylvatica)
Ansehnlicher Baum bis etwa 40 m Höhe mit breiter, gewölbter Krone. Rinde glatt, grau, manchmal ein wenig aufgerauht. Reich verzweigt. Äste aufrecht oder wenig überhängend. Zweige purpurbraun, glatt. Knospen etwa 2 cm lang, abstehend, lang zugespitzt, glatt, rötlich-braun. Blätter 4-10 cm lang, oval bis länglich-elliptisch, kurz zugespitzt, am Rande wellig mit langen Wimperhaaren, dunkelgrün, oberseits spärlich anliegend, seidenhaarig, 5-8 Paar ungefähr paralleler Blattnerven. Blattstiel 1-1,5 cm lang. Männliche Blüten zahlreich in einem gestielten Büschel. Weibliche Blüten von einer 4klappigen Hülle eingeschlossen, meist paarig auf einem Stiel. Nussfrucht (Buchecker) 1,2-1,8 cm lang, 3kantig, braun, meist zu 2 in einem Becher, sehr ölreich. Wichtiger europäischer Waldbaum.

Blutbuche (Fagus sylvatica formapurpurea)
Eine in Parks und Gärten weit verbreitete Form der Rotbuche, die sich durch mehr oder weniger purpur- bis dunkelrote Belaubung auszeichnet. Auch die Blüten und Früchte haben eine rötliche Färbung.

Orientalische Buche (Fagus orientalis)
Ähnlich wie Fagus sylvatica, jedoch mit gefurchter Rinde. Blätter 9-14 cm lang, mit 7-12 Paar Seitennerven. Becherklappen oberseits mit langen, schmalen, unterseits mit paddelförmigen Schuppen. Von Südosteuropa bis nach Persien verbreitet. Nur gelegentlich in großen Parks gepflanzt.

Raull (Nothofagus procera)
Ansehnlicher Baum bis etwa 30 m Höhe mit breiter, kegelförmiger Krone. Rinde grünlich-grau, mit breiten, längsverlaufenden Rissen. Äste im unteren Teil des Baumes abstehend, weiter oben aufrecht. Zweige kräftig, anfangs grün, später bräunlich. Knospen etwa 1 cm lang, schmal-kegelig, rötlich-braun. Blätter 4-8 cm lang, eiförmig bis länglich-oval, spitz oder abgestumpft, am Rande wellig, fein gezähnt, unterseits auf den Blattnerven fein seidenhaarig, etwa 14-20 Paar Seitennerven. Blattstiel 0,5-1 cm lang. Nüsse etwa 1 cm lang, meist zu 3 in einem 4klappigen Becher. Blütezeit Mai. Ursprünglich nur in Chile und Argentinien.

Robelbuche (Nothofagus obliqua)
Ähnlich wie die vorige Art, jedoch mit rissiger, gefelderter und geschuppter Rinde. Zweige schlank, regelmäßig alternierend verzweigt. Knospen etwa 5 mm lang, hellbraun. Blätter mit unregelmäßig gezahntem Rand, mit 7-11 Paar Seitennerven; Nüsse etwa 5 mm lang, in einem Becher mit kurzen, abstehenden Schuppen eingeschlossen. Ursprünglich nur in Südamerika (Chile, Argentinien). Neuerdings häufiger in Parks angepflanzt.

Ostbuche (Fagus orientalis)
Heimisch in Kleinasien, dem Kaukasus, im östlichen Balkan auf mehr geschätzten Standorten als die Rotbuche (Fagus sylvatica). Höhe bis 30 m. Blüht im Mai. Frucht etwa 2,5 cm lang, Reife und Samenabfall im Oktober. Die Blätter sind etwas länger als bei der Rotbuche, 7-12 Nervenpaare. Die Rinde ist glatt, dunkelgrau und gefurcht.

Farnblättrige Buche (Fagus sylvatica) 'Asplenifolia'
Diese Form, auch 'Heterophylla' genannt, hat tiefgeschlitzte Blätter, gelegentlich wird auch die einfache Ursprungsform ausgebildet. Die Blüten ähneln den Blüten der Rotbuche (Fagus sylvatica).

Säulenbuche (Fagus sylvatica) 'Dawyk'
entstand und wurde zuerst kultiviert in Dawyk, England; sie hat eine auffällige Säulenform. Blätter und Blüten sind der typischen Form von Fagus sylvatica gleich.

Hängebuche (Fagus sylvatica formapendula)
Gewöhnlich kleiner als die typische Fagus sylvatica und gekennzeichnet durch eine dichte, hängende Verzweigung. Blüten und Blätter sind gleich denen der typischen Form.


Baumbeschreibung:

Buchen haben Stämme mit glatter, grau schimmernder Rinde und bilden bei entsprechender Pflege weit ausladende Kronen aus. Auf guten Standorten werden Buchen bis zu 50 m hoch, ihr Höchstalter liegt bei etwa 300 Jahren. Für die naturnahe Forstwirtschaft ist die Buche eine wichtige Baumart. Bei gezielter Pflege und in Mischung mit anderen Baumarten sind besonders vielfältige und vielschichtige Bestände möglich. Wertvolle Buchenstämme, wie sie zur Herstellung von Schäl- oder Messerfurnieren gebraucht werden, haben in der Regel einen Mittendurchmesser (Durchmesser in der Mitte des Stammes) von 40 cm und darüber. Heutzutage leider nur noch selten bis über 100 cm. Stämme bis 15 m astfrei.
Weil die Buche mit ihren Wurzeln und mit ihrem Laub den Boden auflockern und verbessern kann, wird sie auch als "Mutter des Waldes" bezeichnet. Bekannt sind ihre auch für den Menschen genießbaren Früchte, die Bucheckern.

Holzbeschreibung:

Buche

Buche gedämpft

Buche  
Buche natur

Farbe: Kernholz und Splint nicht deutlich unterschieden (Reifholzbaum), weißlichgrau mit blassgelblicher bis rötlicher Tönung; durch Dämpfung kann der rote Farbton intensiviert werden. Bei fakultativer Verkernung innen rotbraun.

Struktur: Jahrringe deutlich, mehr oder weniger wellig verlaufend. Feine Gefäße im Frühholz zerstreut, ohne Hilfsmittel nicht sichtbar; dunkleres, schmales Spätholz mit wenigen, sehr feinen Poren, die eine Fladerung bewirken; die Porenrillen sind nicht sichtbar. Holzstrahlen unregelmäßig verteilt, breit bis sehr breit, dazwischen liegen viele feine, kaum sichtbare. Sie zeichnen sich tangential als dunkle, rötlichbraune Spindeln ab und bilden radial mattglänzende, mehrere mm hohe Spiegel.

Eigenschaften:

Stark schwindend; mäßig gutes Stehvermögen, überdurchschnittliche Festigkeit. Buchenholz ist schwer, hart, sehr zäh, wenig elastisch und sehr tragfähig. Es neigt zum Reißen, Gedämpft ist es, noch warm, leicht zu biegen (=Thonet-Verfahren).

Fehler: In feuchtem Zustand wenig witterungsfest. Die Rotkernausbildung ist sowohl eine Alters-, als auch Oxydationserscheinung.

Trocknung: Rotbuchen verstocken leicht. Ihre Schnittware ist deshalb trocken und vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt im Schuppen zu lagern. Gedämpfte Buche ist unempfindlicher.

Verarbeitung: Vorwiegend Sägen und Schälen, gelegentlich auch Messern. Leicht und sauber zu bearbeiten. Der Furniererzeugung soll eine entsprechende Dämpfung vorausgehen, um sowohl eine Egalisierung und Intensivierung der rötlichen Farbe zu erreichen als auch das Stehvermögen günstig zu beeinflussen. Das Schnittholz muss sehr gepflegt werden, und die Trocknung ist vorsichtig vorzunehmen, da das Holz an den Enden und an den Oberflächen zum Reißen neigt.
Die Oberflächenbehandlung ist mit allen Mitteln gut durchzuführen; besonders geeignet zum Beizen und gut zu polieren.

Beständigkeit:

Nicht witterungsfest, anfällig für Pilz- und Insektenbefall, verstockt leicht.

Verwendung:

Als Furnier vielseitig einsetzbar sowohl als Schälfumier zur Sperrholzerzeugung (Formsperrholz), insbesondere für technisches, verdichtetes Sperrholz (Pressholz), teils mit Kunststoffen verbunden, wie auch als Messerfurnier z. B. für Türen; gut geeignet zum Bedrucken. Gedämpft lässt es sich gut biegen und wird daher zum Beispiel für die Sitzmöbelerzeugung gerne verwendet (Thonet-Biegemöbel). Im Vollholzsektor wird die Buche verwendet für Parkett, im Fahrzeugbau, für getränkte Schwellen sowie als Gebrauchsholz, z. B. für Werkzeugteile und Holzspielzeug. Zudem ist das Holz der Buche ein hervorragendes Brennholz.


   Daten:

- Buche (Fagus sylvatica)

- Kurzzeichen nach DIN 4070: BU 
- Rohdichte bei einer Holzfeuchte von u = 12 bis 15% (r12 - r15)

 

- Mittelwerte :

0,69 g/cm3

 

- Grenzwerte :

0,54 - 0,91 g/cm3
- Raumdichte (R) Mittelwerte: 578 - 584 kg/m3
- Differenzielles Schwind-/Quellmaß für Bereich u = ~5% bis u = ~20%:

 

- Schwindmaß V radial: 0,20 %  je 1% Holzfeuchte-Änderung 

 

- Schwindmaß V tangential: 0,41 %  je 1% Holzfeuchte-Änderung
- Wärmeleitfähigkeit nach DIN 4108: 0,16 W/(m·K)
- Mittlere elastische Eigenschaftswerte:

 

- Elastizitätsmoduln E: EII = 16000 N/mm2

 

EIr = 2280 N/mm2

 

EIt = 1160 N/mm2

 

- Schubmoduln G: long/radial = 1640 N/mm2

 

long /tangential = 1080 N/mm2
- Mittlere Festigkeitswerte ("Bruchfestigkeiten"):
- Zugfestigkeit ZBII | ZBI : 135 N/mm2 | 7,0 N/mm2
- Druckfestigkeit: 53 - 123 N/mm2
- Quetschgrenze: 9,0 - 10,0 N/mm2
- Biegefestigkeit: 105 - 123 N/mm2
- Scherfestigkeit: 8,0 N/mm2
- Torsionsfestigkeit: 15 N/mm2
- Bruchschlagarbeit: 100 kJ/m2
- Biegeschwingungsfestigkeit: k.A. N/mm2
- Härte nach Brinell bei 12% HF: HBII  = 72 N/mm2
HB  = 34 N/mm2
- Härte nach Janka bei 12% HF: HJII  = 78 - 83 N/mm2
HJ  = 64 - 71 N/mm2
Werte beziehen sich auf eine Holzfeuchte von u = ~12%.

 

 


 

Quellenverzeichnis (Grafiken):

Dahms, Klaus Günther:
Das kleine Holzlexikon, (Roto-Fachbibliothek Band 1)
Wegra Verlag GmbH
Tamm 1996, 7. Auflage

Humphries / Press / Sutton:
Der Kosmos- Baumführer, Europäische Laub- und Nadelbäume
Kosmos Verlag GmbH
Stuttgart 1990, 4. Auflage    [Bei Amazon.de bestellen]

Nourney, Vollmer GmbH & Co.
Tabellenbuch Holztechnik
Verlag Europa-Lehrmittel
Haan-Gruiten 1998, 1. Auflage    [Bei Amazon.de bestellen]

Jürgen Sell
Eigenschaften und Kenngrößen von Holzarten
Baufachverlag Lignum
Schweizerische Arbeitsgemeinschaft 1997, 4. Auflage    [Bei Amazon.de bestellen]