Hain- oder Weißbuche

Kurzzeichen gem. DIN 4076: Hainbuche (HB)
Europäschisches Kurzzeichen gem. DIN EN 13556: Hainbuche (CPBT, EU)

 

Weißbuche (Carpinus betulus), Hainbuche, Charme commun, Common hornbeam
Sommergrüne Bäume. Vorkommen: Vorwiegend im mittleren und südlichen Europa, wenig in Südwest- und Nordeuropa. Reinbestände nur im Osten; andere Arten in Ostasien und Nordamerika. Weißbuche hat als Brennholz den höchsten Heizwert aller einheimischen Hölzer.

Bilder: Baum und Rinde

Hainbuche Hainbuche

Familie: Carpiuaceae
(teils auch unter Corylaceae und/oder Betulaceae eingeordnet)

Weißbuche - Hainbuche - Hornbaum (Carpinus betulus)
Heimisch in Kleinasien und im mittleren und südlichen Europa, meist im Unter- und Zwischenstand im Mischwald. Angebaut in Gärten, Parks und Forsten, oft auch als Hecken- oder Straßenbaum. Hartes, feinfaseriges Nutzholz. Knorriger Baum, Höhe 7 bis 25 m. Blüht im März bis April, Blüten in Kätzchen, männliche Kätzchen 3-5cm lang, die weiblichen kleiner an den Spitzen der jungen Triebe. Die Fruchtkätzchen  bis 8 cm lang, Nuss und dreilappige Hülle grün bis im November braun. Die doppelt gesägten Blätter färben sich im Herbst leuchtend gelb. Die Rinde ist grau mit braunen Streifen, spannrückig.

Amerikanische - Hainbuche (Carpinus caroliniana)
Heimisch im westlichen Nordamerika und in Mittelamerika. Nutzholz für Kleinteile, Baumhöhe bis 12 m.

Japanische Hainbuche (Carpinus japonica)
Heimisch in Japan, angebaut als Zierbaum. Höhe 12-15 m.


Baumbeschreibung:

Selten zylindrische, meist spannrückige, im Freien auch krummschaftige Bäume mit Durchmessern von 60 bis 90 cm. Astfreie Stammschäfte bis 10m.

Holzbeschreibung: Hainbuche

Farbe: Kernholz und Splintholz sind nicht unterschieden (Splintholzbaum). Gelblichweiß bis schwachhellgrau. Gehobelte Flächen schwach glänzend, bei starkem Licht vergilbend.

Struktur: Jahrringe nur undeutlich, meist sehr wellig verlaufend, einzelne Jahrringe in sich oft auffallend ungleich breit. Gefäße sehr fein, ohne Hilfsmittel nicht sichtbar. Speicherzellen in feinen, tangentialen Bändern, leicht mit dem sehr schmalen, dichten, etwas dunkleren Spätholz zu verwechseln, Holzstrahlen sehr fein, einzelne kaum sichtbar, aber häufig derartig engstehend, dass der Eindruck breiter kristallführender Holzstrahlen (Scheinholzstrahlen) entsteht. Radial unregelmäßige, fleckenartige Spiegel durch falsche Holzstrahlen, strichartig von dunklerer Färbung. Ziemlich homogenes Holz mit kaum sichtbarer feiner Fladerung. Das Holz der Hopfenbuche (Ostrya carpinifolia) ist sehr ähnlich.

Eigenschaften:

Sehr hart, schwer, fest und zäh. Stark schwindend, reißt und wirft sich. Im Freien wenig dauerhaft.

Fehler: Spannrückigkeit, Vergrauung.

Trocknung: Weißbuchen sind sofort nach dem Einschneiden in Schuppen zu bringen und liegend zu lagern, um die Gefahr des Verstockens möglichst gering zu halten.

Verarbeitung: Vorwiegend Sägen, noch messerbar. Schlecht zu bearbeiten, splittert leicht, aber gut zu drehen, Faserausrisse beim Hobeln, schwer zu nageln. Schwierig zu trocknen, neigt zum Reißen und Werfen. Verleimungen halten nicht gut. Die Oberflächenbehandlung erfordert größte Sorgfalt, jedoch beiz- und polierbar.

Beständigkeit:

Nicht witterungsfest, anfällig für Pilz- und Insektenbefall, verstockt leicht

Verwendung:

Bevorzugt für Werkzeuge, im Maschinenbau und überall dort, wo Härte, Zähigkeit und hohe Widerstandsfähigkeit gegen Stoß und Reibung erforderlich sind, z. B. Hackbretter und -klötze; vereinzelt für Parkett, Drechslerholz.


   Daten:

- Hainbuche (Carpinus betulus)

- Kurzzeichen nach DIN 4070: HB 
- Rohdichte bei einer Holzfeuchte von u = 12 bis 15% (r12 - r15)

 

- Mittelwerte :

0,77 g/cm3

 

- Grenzwerte :

0,54 - 0,86 g/cm3
- Raumdichte (R) Mittelwerte: 598 kg/m3
- Differenzielles Schwind-/Quellmaß für Bereich u = ~5% bis u = ~20%:

 

- Schwindmaß V radial: 0,23 %  je 1% Holzfeuchte-Änderung 

 

- Schwindmaß V tangential: 0,39 %  je 1% Holzfeuchte-Änderung
- Wärmeleitfähigkeit nach DIN 4108: k.A. W/(m·K)
- Mittlere elastische Eigenschaftswerte:

 

- Elastizitätsmoduln E: EII = 14500 N/mm2

 

EIr = k.A. N/mm2

 

EIt = k.A. N/mm2

 

- Schubmoduln G: long/radial = k.A. N/mm2

 

long /tangential = k.A. N/mm2
- Mittlere Festigkeitswerte ("Bruchfestigkeiten"):
- Zugfestigkeit ZBII | ZBI : 135 N/mm2 | 2,4 N/mm2
- Druckfestigkeit: 66 - 82 N/mm2
- Quetschgrenze: 12 N/mm2
- Biegefestigkeit: 130 - 160 N/mm2
- Scherfestigkeit: 8,5 - 10,0 N/mm2
- Torsionsfestigkeit: 26 N/mm2
- Bruchschlagarbeit: 80 kJ/m2
- Biegeschwingungsfestigkeit: k.A. N/mm2
- Härte nach Brinell bei 12% HF: HBII  = 71  N/mm2
HB  = 32 N/mm2
- Härte nach Janka bei 12% HF: HJII  = 89 N/mm2
HJ  = 75 N/mm2
Werte beziehen sich auf eine Holzfeuchte von u = ~12%.

 

 


 

Quellenverzeichnis (Grafiken):

Dahms, Klaus Günther:
Das kleine Holzlexikon, (Roto-Fachbibliothek Band 1)
Wegra Verlag GmbH
Tamm 1996, 7. Auflage

Humphries / Press / Sutton:
Der Kosmos- Baumführer, Europäische Laub- und Nadelbäume
Kosmos Verlag GmbH
Stuttgart 1990, 4. Auflage    [Bei Amazon.de bestellen]

Nourney, Vollmer GmbH & Co.
Tabellenbuch Holztechnik
Verlag Europa-Lehrmittel
Haan-Gruiten 1998, 1. Auflage    [Bei Amazon.de bestellen]

Jürgen Sell
Eigenschaften und Kenngrößen von Holzarten
Baufachverlag Lignum
Schweizerische Arbeitsgemeinschaft 1997, 4. Auflage    [Bei Amazon.de bestellen]