Brasilkiefer
Araucaria angustifolie, Araucariaceae
Das Holz der Brasilkiefer oder auch Parana Pine genannt, ist das in Europa am häufigsten verwendete südamerikanischE Nadelholz. Obwohl es in seiner Bedeutung durch eine starke Verminderung der Naturbestände zurückgegangen ist, wird e: wegen der für ein Nadelholz ungewöhnlich glatten Oberfläche, der gleichmäßigen Struktur, der Astreinheit und der relativ guten Festigkeitseigenschaften immer noch für viele Zwecke bevorzugt verwendet.
| Botanische Bezeichnungen |
Araucaria angustifolia (= Araucaria brasiliana), Familie der Araucariaceen. |
| Natürliche Verbreitung |
Hauptsächlich Südbrasilien (Parana, Rio Grande do Sul, Santa Catarina); ferner in Uruguay und im Nordwesten Argentiniens. |
| Weitere Handelsnamen | *Brasilianische Araukarie, Cury, *Parana Pine, *Pinho brasileiro (* siehe "Anmerkungen"). |
| Kurzzeichen nach DIN 4076 Blatt 1 | PAP |
| Beschreibung | |
| Stammform | Astfreie Längen um 12 m, maximal bis 20 m und Durchmesser bis 1,50 m meist um 0,7 m; auffällig rund und geradschäftig. |
| Farbe und Struktur des Holzes |
Splint bis 10 cm breit, gelblich bis gelblich grau. Kernholz gelblich braun und vom Splint nur schwer unterscheidbar, teils mit dunkelbraunen oder roten, unregelmäßigen Streifen, wodurch es für ein Nadelholz eine ungewöhnliche farbige Zeichnung erhalten kann; am Licht nur schwach nachdunkelnd. Gehobeltes Holz besitzt auf allen Längsflächen einen seidigen Glanz. - Poren nicht vorhanden (Nadelholz). - Holzstrahlen sehr klein, auf radialen Flächen als sehr feine, rötlich braune Spiegel noch erkennbar. - Jahresringe meist nur auf geschliffenem Hirnholz durch ein sehr schmales, dunkleres Spätholzband noch wahrzunehmen, auf Längsflächen keine ausgeprägten Strukturen ergebend. Harzkanäle nicht vorhanden. - Ein häufiges Merkmal dieser Art sind meist um ein bis 3 mm große, bräunlichE Punktäste, die weder die Verarbeitung |
| Gesamtcharakter | Mäßig bis stark farbiges Nadelholz von überwiegend schlichter Struktur, sich vom Bild einheimischer Nadelholzarten deutlich unterscheidend. |
| Abweichungen | Da nur bessere Qualitäten importiert werden, sind keine strukturellen Fehlervorhanden; von derleichi entstehenden Bläue abgesehen, können nur unterschiedliche Kernfärbungen das Holzbild stark beeinflussen. |
| Handelsformen | Schnittholz (festgelegt nach den Bestimmungen des Instituto Nacional do Pinho), besäumt und frei von größeren Ästen in zahlreichen Abmessungen, in Stärken von 12,5 bis 75 mm, in Breiten von 25 bis 300 mm und in Längen von 3 bis 5,4 m, steigend um 30 cm. Kanteln in Querschnitten von 25 bis 38 mm und in Längen von 0,75 bis 3 m. Leisten, Rundstäbe und Gerätestiele. Profilhölzer mit Schattennute und Feder (nach DIN 68 126, Teil I). Fußbodendielen (Schmaldielen) mit 60 mm Deckbreite. |
| Daten | |
| Gewicht | |
| - ungetrocknet (Rundholz) |
ca. 550 kg/cm³ |
| - darrtrocken | ca. 0,51 g/cm³ |
| - Profilhölzer 12,5 mm (lufttrocken) | ca. 6,6 kg/m² |
| Druckfestigkeit (lufttrocken) | ca. 59 N/mm² |
| Biegefestigkeit (lufttrocken) | ca. 133 N/mm² |
| Eigenschaften | Brasilkiefer zählt damit zu den mittelschweren Nadelhölzern und ist von den einheimischen Arten den Hölzern von Lärche und Kiefer gewichtsmäßig am ähnlichsten, diesen aber in der Biegefestigkeit um ca. 50% überlegen. Es ist mit allen Werkzeugen bei nur geringem Kraftaufwand gut bearbeitbar, wobei besonders beim Hobeln, Fräsen und Bohren glatte Flächen erzielt werden. Das Holz ist außerdem gut zu nageln, zu schrauben und zu leimen. Holzverbindungen sind leicht herzustellen und von guter Haltbarkeit. Das Stehvermögen der Brasilkiefer zeigt bei ungenügender Trocknung eine deutliche Neigung zum Verziehen, und bei größeren Längen kann es auch zu auffälligen Maßänderungen in Faserrichtung kommen (Hirnholzstöße möglichst mit Fuge). - Die technische Trocknung ist aufgrund der oft unterschiedlichen Feuchte im gleichen Stück und einer ungleich schnellen Feuchteabgabe erschwert. Die Trocknung größerer Abmessungen ist darum zeitaufwendig und erfordert, um nachträgliche Verzugserscheinungen zu vermeiden, eine Nachlagerungszeit in einem Klima, das möglichst der künftigen Verwendung entspricht. - Brasilkiefer ist geruchlos und harzt nicht. Die Witterungsfestigkeit ist gering, und wegen der Mitverarbeitung des Splintes besteht außerdem bei Feuchtigkeit die Gefahr des Verblauens. |
| Oberflächenbehandlung |
Brasilkiefer ist ein guter
Anstrichträger. |
| Verwendungsbereiche |
Als Importholz wird Brasilkiefer überwiegend als Massivholz verarbeitet.
Hierbei ist es besonders dort geeignet, wo sich die gute Kanten- und
Oberflächenglätte und die gleichmäßige Dichte dieser Holzart vorteilhaft
auswirken kann, wie z.B. bei Profilierungen aller Art oder bei einer flächigen
Beanspruchung. So im Innenausbau in flächenbildender Form als Profilbrett für
Wand- und Deckenbekleidungen oder mechanisch beansprucht als Treppenholz, für
Fußböden (als Schmaldielen), Bänke in Kirchen, Versammlungs- und
Gemeinschaftsräumen; für Turnhallenausstattungen, wie Leitern oder Kästen;
weiterhin besteht eine besondere Eignung für gering beanspruchte, lange
Gerätestiele, Sportartikel und Spielzeug; für die Innenausstattung als Regale,
Borde und Kindermöbel sowie im Erzeugerland als Sperrholz. - Bei großen
Werkstücken müssen Konstruktion und Trocknung besonders die Längsschwindung
berücksichtigen. |
| Literatur |
Dahms, K.-D.: Forst und Holz in Mittelund Südamerika. Holzzentralblatt
Verlags-G.m.b.H., Stuttgart 1956. Anonymus: A Handbook of Softwoods. D.S.I.R.
London 1956. |
Quellenverzeichnis:
Mit freundlicher Genehmigung
des
Gesamtverbands Deutscher Holzhandel e.V. (GDHolz) / AAHolz GmbH
www.holzhandel.de
Wer liefert Holz? - Suchdatenbank von holzhandel.de


