Zwetschge

Kurzzeichen gem. DIN 4076: Zwetschge/Pflaumenbaum (PB)
Europäschisches Kurzzeichen gem. DIN EN 13556: Zwetschge/Pflaumenbaum (-)

 

Kultur Pflaume (Prunus domestica), Zwetschge, Zwetschke, Zwetsche
Sommergrüne, laubwerfende oder immergrüne Bäume und Sträucher aus der Familie der Rosengewächse, zu der auch andere Steinobstarten wie Pfirsich, Kirsche, Mandel und Aprikose gehören. In den gemäßigten Zonen gibt es viele Sorten, sie werden wegen ihrer Früchte oder als Zierpflanzen genutzt. Die unterschiedlichen Varietäten wurden sowohl an warmes als auch an kühles Klima angepasst. Neigung zur Bastardierung. Manche Arten werden schon so lange kultiviert, dass Wildpflanzen und Ursprungsgebiet unklar sind. Vorkommen in Mittel- bis Osteuropa, Balkan. Der Plaumenbaum stammt ursprünglich wahrscheinlich aus der Gegend des Kaspischen Meeres.

Die Zwetschge oder Quetsche, Haus- oder Bauernpflaume genannt, ist ein Steinobstgewächs. Ob sie vor zweitausend Jahren aus der Schlehe, der Kirsche oder der Damaszener Pflaume hervorging, ist unklar.  In Griechenland wurde die Pflaume schon vor 2500 Jahren kultiviert. Im 2. Jahrhundert v. Chr. kam sie nach Italien. Seit der Pflaumenbaum in Europa Wurzeln schlug, ist die Frucht immerzu mit fremden Früchten und Früchten aus eigener Sippschaft gekreuzt worden . Der römische Schriftsteller Plinius berichtet im ersten Jahrhundert n.Chr von Kreuzungen und erklärt verschiedene Verfahren des Propfens. Sechzehn Jahrhunderte später beschreibt Meister Elsholtz, der mehr als zwanzig Pflaumensorten aufzählt, unsere Zwetschge wahrscheinlich als ungarische Pflaume. Im 18. Jh. versuchte sogar die Polizei durch Verbote bestimmter Pflaumensorten übersicht zu schaffen. Das deutsche Wort "Zwetschge" stammt von "Damascener" ab, nach Damaskus benannt, dem Ursprung des Pflaumenhandels! Zwetschgen sind länglich eiförmig, mit an beiden Enden spitzem Stein. Das Fruchtfleisch ist von feinsäuerlichem Geschmack. Die verschiedenen Sorten dieser Spezies haben unterschiedlich gefärbte Früchte: Diese können gelb, rot oder grün sein, sind aber meist blauviolett. Bei Zwetschgen löst sich der Stein leicht vom Fruchtfleisch, bei Pflaumen (im engeren Sinne) dagegen nicht.

Zwetschke Zwetschke

Familie: Rosaceae-Prunoideae - Rosengewächse

Kultur Pflaume (Prunus domestica)
Laubwerfender Strauch oder Baum bis etwa 10 m Höhe. Rinde braun. Zweige und Äste ziemlich gerade, aufrecht, wenig abstehend. Zweige bei Wildformen dornig, an den Trieben häufig behaart. Blätter 3-8 x 1,5-5 cm, elliptisch bis verkehrt-eiförmig, vorne ziemlich stumpf oder undeutlich zugespitzt, am Rande mit stumpfen Zähnen, oberseits glatt und grün, unterseits wenig samtig behaart. Blattstiel etwa 1,5 cm lang, drüsig und behaart. Blüten meist büschelig zu 2-3, mit den Blättern erscheinend, Stielchen 0,7-2 cm lang. Kronblätter 0,5-2 cm lang, weiß. Frucht 2-7,5 cm lang, kugelig oder länglich-eiförmig, meist hängend, purpurn, rötlich, gelb oder grün, von zumeist angenehmem Geschmack. Stein flach, rau, etwas warzig. Blütezeit März bis Mai. In weiten Teilen Europas kultiviert. Zahlreiche Kultursorten von teilweise unklarer Abstammung.

Verwandte Arten:

Schlehe, Schwarzdorn (Prunus spinosa)
Dichtverzweigter, laubwerfender Strauch oder kleiner Baum bis 6 m Höhe. Rinde schwarzbraun. Äste weit abstehend und ausgebreitet. Zweige reich verzweigt, dornig. In Europa weit verbreitet und überall in Feldgehölzen oder an Waldrändern anzutreffen. Gelegentlich Bastarde mit Kultur-Formen.

Haferschlehe (Prunus insidiua)
Wie Prunus spinosa. Meist dornige Zweige und eine dichte Samtbehaarung auf den jungen Zweigen. Die Mirabelle-Gruppe unter den Kultur-Pflaumen gehört im wesentlichen zu dieser Form.

Kahle Pflaume (Prunus cocomilia)
Baum oder Strauch, etwa 8-10 m hoch. Blüten weiß. In den Gebirgen Süditaliens, Siziliens und des Balkans.

Aprikose (Prunus armeniaca)
Laubwerfender Strauch oder kleiner buschiger Baum bis 10 m Höhe. Rinde graubraun, rissig und schmal gefurcht. Zweige gebogen und gedreht, glatt, rötlich. In Südeuropa häufig kultiviert, stellenweise eingebürgert. Ursprünglich wohl in Zentralasien und China.

Kirsch-Pflaume (Prunus cerasifera)
Laubwerfender Strauch oder kleiner Baum bis 8 m Höhe mit kugeliger Krone. Rinde dunkelbraun mit Reihen und Streifen von Lentizellen, fein gefurcht. Reich verzweigt. Äste manchmal dornig. Zweige grün, glatt, glänzend. Ursprünglich auf der Balkanhalbinsel und der Krim. In Südeuropa häufig angepflanzt.

Alpen-Pflaume (Prunus brigantinä)
Etwas kleiner als die Kirsch-Pflaume mit ausgebreiteten Ästen. In den Südwestalpen auf trockenen Hängen. Italien, Frankreich.

Pfirsich (Prunus persica)
Laubwerfender, buschiger Baum mit breiter, niedriger Krone bis 6 m Höhe, oft auch als Spalierobst gezogen. Rinde graubraun, fein gefurcht. Äste gerade. Zweige glatt, rötlich, im Querschnitt kantig. Seit langer Zeit in Kultur. Möglicherweise in China beheimatet. In Südeuropa gelegentlich verwildert. Häufig angepflanzt.

Mandel (Prunus dulcis)
Kleiner sommergrüner Baum bis etwa 8 m Höhe, mit aufrechten, geraden Ästen, später ziemlich buschig und dichtkronig. Rinde schwärzlich, tief gerissen und in rechteckige Platten gefeldert. Bei Wildpflanzen sind die Äste dornig. Vielleicht in Zentralasien beheimatet. Im Mittelmeergebiet häufig kultiviert.


Baumbeschreibung:

Die Stämme dieser aus dem Orient stammenden, heute fast nur kultiviert wachsenden Bäume erreichen nur geringe Dimensionen, selten mehr als 2 m Länge und Durchmesser bis 30 cm. Gesamthöhe bis 10 m.

Holzbeschreibung: Zwetschke

Farbe: Rot- bis violett-braun mit hellen und dunklen Streifen und Adern, auffallend ist die stellenweise sehr intensive violette Tönung, die allerdings im Laufe der Zeit verblasst. Splint gelblich.

Struktur: Zerstreutporig, feinjährig, gleichmäßige Struktur. Poren sehr fein, ohne Hilfsmittel nicht sichtbar; Markstrahlen fein, dichtstehend, gerade noch zu erkennen; Jahrringe deutlich, unterschiedlich breit. Im Längsschnitt sind Porenrillen nicht sichtbar; radial viele kleine, dunkle Spiegel; feine, weniger auffällige, dunkle Fladerung bzw. Streifung, von dieser unabhängig sehr oft lebhafte, dunkle, violette, unregelmäßige Streifen; gehobelte Flächen glänzend.

Eigenschaften:

Das Holz ist hart, sehr fest, etwas spröde, gut zu bearbeiten. Es schwindet stark und ist im Freien nicht dauerhaft.

Verarbeitung: Es ist sauber zu bearbeiten, zu drehen und zu schnitzen.

Beständigkeit:

nicht witterungsbeständig, gering beständig gegen Pilzbefall, gegen Insektenbefall mäßig beständig.

Verwendung:

Die geringen Dimensionen beschränken die Verwendungsmöglichkeit dieses sehr dekorativen Holzes. Bevorzugt für Drechslerarbeiten, Fasshähne, Messergriffe, Schnitzereien, Blasinstrumente und ähnliches; auch als Furnier für kleinere Möbel und Einlegearbeiten.


   Daten:

- Zwetschge (Prunus domestica)

- Kurzzeichen nach DIN 4070:
- Rohdichte bei einer Holzfeuchte von u = 12 bis 15% (r12 - r15)

 

- Mittelwerte :

0,80 g/cm3

 

- Grenzwerte :

0,75 - 0,85 g/cm3
- Raumdichte (R) Mittelwerte: k.A. kg/m3
- Differenzielles Schwind-/Quellmaß für Bereich u = ~5% bis u = ~20%:

 

- Schwindmaß V radial: k.A. %  je 1% Holzfeuchte-Änderung 

 

- Schwindmaß V tangential: k.A. %  je 1% Holzfeuchte-Änderung
- Wärmeleitfähigkeit nach DIN 4108: k.A. W/(m·K)
- Mittlere elastische Eigenschaftswerte:

 

- Elastizitätsmoduln E: EII = k.A. N/mm2

 

EIr = k.A. N/mm2

 

EIt = k.A. N/mm2

 

- Schubmoduln G: long/radial = k.A. N/mm2

 

long /tangential = k.A. N/mm2
- Mittlere Festigkeitswerte ("Bruchfestigkeiten"):
- Zugfestigkeit ZBII | ZBI : k.A. N/mm2 | k.A. N/mm2
- Druckfestigkeit: 56 N/mm2
- Quetschgrenze: k.A. N/mm2
- Biegefestigkeit: 80 N/mm2
- Scherfestigkeit: k.A. N/mm2
- Torsionsfestigkeit: k.A. N/mm2
- Bruchschlagarbeit: k.A. kJ/m2
- Biegeschwingungsfestigkeit: k.A. N/mm2
- Härte nach Brinell bei 12% HF: HBII  = 56 N/mm2
HB  = 33 N/mm2
- Härte nach Janka bei 12% HF: HJII  = 87 N/mm2
HJ  = k.A. N/mm2
Werte beziehen sich auf eine Holzfeuchte von u = ~12%.

 

 


 

Quellenverzeichnis (Grafiken):

Dahms, Klaus Günther:
Das kleine Holzlexikon, (Roto-Fachbibliothek Band 1)
Wegra Verlag GmbH
Tamm 1996, 7. Auflage

Humphries / Press / Sutton:
Der Kosmos- Baumführer, Europäische Laub- und Nadelbäume
Kosmos Verlag GmbH
Stuttgart 1990, 4. Auflage    [Bei Amazon.de bestellen]

Nourney, Vollmer GmbH & Co.
Tabellenbuch Holztechnik
Verlag Europa-Lehrmittel
Haan-Gruiten 1998, 1. Auflage    [Bei Amazon.de bestellen]

Jürgen Sell
Eigenschaften und Kenngrößen von Holzarten
Baufachverlag Lignum
Schweizerische Arbeitsgemeinschaft 1997, 4. Auflage    [Bei Amazon.de bestellen]