Nussbaum

Kurzzeichen gem. DIN 4076: Nussbaum (NB)
Europäschisches Kurzzeichen gem. DIN EN 13556: Nussbaum (JGRG, EU), amerikanischer Nussbaum (JGNG, AM)

 

Nussbaum (Juglans regia), Noyer Commun, Black Walnut
Den europäischen Nussbaum findet man vorwiegend im wärmeren West- und Mitteleuropa bis zu den Mittel- und Schwarzmeerländern. Hauptlieferanten sind  Frankreich, Italien, Türkei, Griechenland, und Persien. Auch in Nordindien, Nepal und China anzutreffen neben anderen, wie Juglans mandschurica in Nordostchina und Korea sowie Juglans sieboldiana (=Kurumi) in Japan. Das dunklere Nogal (=Juglans neotropica) wächst in Südamerika, Black Walnut in Kanada sowie im nordöstlichen, südöstlichen und zentralen Nordamerika. Daneben gibt es viele tropische Austauschhölzer aus anderen Gattungen, z. B. Mutenye.

Bilder: Baum und Rinde

Nussbaum Nussbaum

Familie: Juglandaceae - Walnussgewächse

Juglans regia = Walnussbaum (europ.), Noyer Commun, auch z. B. französischer, italienischer und kaukasischer Nussbaum genannt.

Juglans nigra = Black Walnut, auch amerikanische Nuss oder Schwarznuss genannt. Weitere amerikanische Nussbäume sind: Claro Walnut (= Juglans hindsii) in Kalifornien und Butternut (= Juglans cinera) in Nordost-USA und Südost-Kanada. Paldao (Nuss) von den Philippinen stammt von Dracontomelum dao.

Walnuss (Juglans)
Laubwerfende, einhäusige Bäume mit sitzenden, in Schuppen eingeschlossenen Knospen. Blätter wechselständig, unpaarig gefiedert, von angenehmen Duft. Männliche Kätzchen einzeln an Vorjahrstrieben. Weibliche Blüten zu wenigen am Jahrestrieb. Steinfrucht (keine Nussfrucht).

Echte Walnuss (Juglans regla)
Baum bis etwa 30 m Höhe mit kugeliger, breiter Krone. Rinde anfangs glatt, später tief rissig, grau. Untere Äste stark und geschwungen. Kleinere Äste und Zweige zahlreich, gebogen. Knospen purpurbraun. Frucht 4-5 cm lang, kugelig-länglich, glatt, mit Drüsen, Blütezeit Mai bis Juni. Ursprünglich nur im Balkan beheimatet, jetzt in weiten Teilen Europas gepflanzt und stellenweise verwildert.

Schwarze Walnuss (Juglans nigra)
Baum bis etwa 50 m Höhe mit hoher, gewölbter Krone. Rinde mit rautenförmigen Mustern aus schmalen Leisten, dunkelbraun bis schwarz. Äste leicht geschwungen. Knospen blassbraun. Steinfrucht 3,5-5 cm lang, kugelig oder birnförmig, glatt, grün, nicht öffnend. Blütezeit Mai bis Juni. Ursprünglich nur im östlichen Nordamerika, jedoch gelegentlich in Parks und Gärten gepflanzt.

Butternuss (Juglans cinerea)
Baum bis etwa 30 m Höhe mit kegeliger Krone. Rinde grau, rissig, Knospen rosabraun oder weiß. Steinfrucht 4-6,5 cm lang, länglich-eiförmig, behaart. Beheimatet im östlichen Nordamerika. Nur vereinzelt als Park- und Zierbaum.

Hickory, Bitternuss (Carya)
Laubwerfende, einhäusige Bäume. Zweige mit bleibendem Mark. Knospen sitzend, von Schuppen eingeschlossen. Blätter wechselständig, unpaarig gefiedert. Steinfrüchte, von 4 Klappen eingeschlossen. Blütezeit Mai bis Juni.

Weiße Hickory (Carya alba)
Baum bis etwa 40 m Höhe mit breiter, gewölbter Krone. Rinde grau, löst sich in lange, abstehende Streifen auf. Äste weit bogig überhängend. Zweige rötlichbraun. Knospen mit 10-12 überlappenden Schuppen. Frucht 3,5-6 cm lang, kugelig oder länglich, nichtgeflügelt.

Bitternuss (Carya cordiformis)
Baum bis 30 m Höhe mit kegelförmiger Krone. Rinde graubraun, glatt, später runzelig und schuppig, unter den abschuppenden Plättchen orangebraun. Reich beastet und verzweigt. Äste aufrecht. Knospen 4-6 Schuppen, die sich nur berühren, nicht überlappen. Steinfrucht 2-3,5 cm lang, kugelig oder birnenförmig, mit 4 Flügeln oberhalb der Mitte. Heimisch im östlichen Nordamerika.

Kaukasische Flügelnuss (Pterocarya fraxinifolia)
Baum bis etwa 30 m Höhe mit rundlicher, hochgewölbter Krone mit kurzem, dickem Stamm oder vielstämmig. Rinde grau, durch tiefe Risse gefeldert und netzförmig zerteilt. Knospen ohne Schuppen, gestielt, dunkelbraun. Jede Frucht mit breitem Flügel ringförmig umgeben. Ursprünglich nur im Kaukasus. In vielen Parks und Gärten als Zierbaum, manchmal auch als Straßenbaum angepflanzt.


Baumbeschreibung:

Mittelgroßer Baum, gelegentlich unregelmäßig ausgeformt, mit Durchmessern von 40 bis 80, selten über 100 cm, astfreie Schäfte von höchstens 6 bis 10 m. Amerikanisches Holz ist häufig stärker und länger. Es gibt auch Maserknollen und Wurzelstöcke.

Holzbeschreibung:

Nussbaum

Deutscher Nussbaum (altes Bild)

Farbe: Der europäische Nussbaum hat teils einen schmalen, teils einen breiten hellgrauen Splint von 3 bis 7 cm, der beim Dämpfen nachdunkelt. Das Kernholz ist mattbraun bis schwarzbraun, von verschieden breiten dunkleren Adern unregelmäßig durchzogen. Französische Herkünfte neigen teils zu einem leicht rötlichen Schimmer und besonders gleichmäßiger Zeichnung. Amerikanisches Nussholz ist mehr von einheitlicher, violetter oder purpurbrauner Färbung. Sein Splint ist gelblich bis hellgraubraun. Die Färbung aller Arten variiert erheblich und ist stark vom Alter und Standort abhängig. Alle Nusshölzer neigen bei starker Belichtung zum Verbräunen und einer Verminderung der Farbstreifigkeit.

amerikanischer Nussbaum amerikanischer Nussbaum

Struktur: Unterschiedlich deutliche Zuwachszonen, verschieden breit ausgebildet mit dementsprechender Fladerung. Die sehr gleichmäßig verstreuten, meist einzelnen Gefäße im Frühholz sind gröber, mehr oder weniger ringförmig angeordnet und fallen auf dem Längsschnitt als grobe, dunkle Porenrillen mit glitzernden Thyllenausfüllungen auf. Die feinen Holzstrahlen sind durch dunkle Färbung vor allem auf dem Längsschnitt als Spiegel deutlich. Das Speichergewebe zeigt sich erst unter der Lupe auf dem Hirnschnitt als zahlreiche, tangentiale Bändchen. Nussholz ist häufig gestreift, geriegelt oder wolkig. Starke Faserabweichungen sind häufig und führen zu interessanten, figurierten Holzbildern. Beim amerikanischen Nussholz sind die Porenstreifen deutlicher, die Jahrringe können etwas wellenförmiger sein, jedoch kommen Faserabweichungen selten vor.

Eigenschaften:

Europäischer Nussbaum ist hart und schwer, das US-Nussholz ist etwas leichter, noch leichter ist der Kanadische Nussbaum. Stehvermögen befriedigend, mäßig schwindend, wobei das US-Nussholz etwas mehr arbeitet. Nussholz ist mäßig dicht, fest, zäh und biegsam.

Fehler: Krümmungen, Kernverlagerungen, Wasserreiser, Faulstellen; Leimalkalien können Gerbsäureflecken bilden. Verbräunen bei starker Belichtung sowie blauschwarze Reaktionsverfärbungen. Bei Black Walnut Flecken als Folge von Spechtschäden.

Trocknung: Nussbaum kann als Stamm so lange im Freien liegen bleiben, bis sich die Rinde löst. Nach dem Einschnitt in Schuppen gelagert (langsames Trocknen).

Verarbeitung: Vornehmlich Messern und Sägen, gelegentlich auch exzentrisch Schälen. Die Bearbeitung ist leicht und glatt; das Holz ist auch gut zu drechseln. Alle Holzverbindungen durch Leim, Schrauben und Nägel halten gut. Gute, wenn auch langsame Trocknung. Sehr gut mit Beiz- und Politurmitteln zu behandeln.

Beständigkeit:

mäßig witterungsfest, europäischer Nussbaum widerstandsfähig gegen Pilzbefall, gegen Insektenbefall mäßig beständig, amerikanischer Nussbaum nicht beständig gegen Pilz und Insektenbefall.

Verwendung:

Als dekoratives Furnier im Möbelbau besonders für Schlaf- und Wohnzimmer sowie für Tonmöbel. Als Vollholz besonders für den Korpus in der Klavierfabrikation, für Parkett, Täfelungen, Gewehrschäfte, Drechslereiarbeiten. Eines der wertvollsten und begehrtesten Möbelhölzer, je nach Mode mal mehr streifig, mal als mehr bunte oder geflammte Ware gesucht. Auch Nussbaumsplint wird häufig mitverarbeitet.


   Daten:

- Nussbaum (Juglans regia)

- Kurzzeichen nach DIN 4070: NB 
- Rohdichte bei einer Holzfeuchte von u = 12 bis 15% (r12 - r15)

 

- Mittelwerte :

0,68 g/cm3

 

- Grenzwerte :

0,57 - 0,81 g/cm3
- Raumdichte (R) Mittelwerte: k.A. kg/m3
- Differenzielles Schwind-/Quellmaß für Bereich u = ~5% bis u = ~20%:

 

- Schwindmaß V radial: 0,18 %  je 1% Holzfeuchte-Änderung 

 

- Schwindmaß V tangential: 0,29 %  je 1% Holzfeuchte-Änderung
- Wärmeleitfähigkeit nach DIN 4108: 0,14 - 0,15 W/(m·K)
- Mittlere elastische Eigenschaftswerte:

 

- Elastizitätsmoduln E: EII = 12500 N/mm2

 

EIr = k.A. N/mm2

 

EIt = k.A. N/mm2

 

- Schubmoduln G: long/radial = k.A. N/mm2

 

long /tangential = k.A. N/mm2
- Mittlere Festigkeitswerte ("Bruchfestigkeiten"):
- Zugfestigkeit ZBII | ZBI : 100 N/mm2 | 3,5 N/mm2
- Druckfestigkeit: 58 - 72 N/mm2
- Quetschgrenze: 12 N/mm2
- Biegefestigkeit: 119 - 147 N/mm2
- Scherfestigkeit: 7,0 N/mm2
- Torsionsfestigkeit: II30 N/mm2  |  I15 N/mm2
- Bruchschlagarbeit: 95 kJ/m2
- Biegeschwingungsfestigkeit: 42 N/mm2
- Härte nach Brinell bei 12% HF: HBII  = 70 N/mm2
HB  = 52 N/mm2
- Härte nach Janka bei 12% HF: HJII  = 72 N/mm2
HJ  = 54 N/mm2
Werte beziehen sich auf eine Holzfeuchte von u = ~12%.

 

 


 

Quellenverzeichnis (Grafiken):

Dahms, Klaus Günther:
Das kleine Holzlexikon, (Roto-Fachbibliothek Band 1)
Wegra Verlag GmbH
Tamm 1996, 7. Auflage

Humphries / Press / Sutton:
Der Kosmos- Baumführer, Europäische Laub- und Nadelbäume
Kosmos Verlag GmbH
Stuttgart 1990, 4. Auflage    [Bei Amazon.de bestellen]

Nourney, Vollmer GmbH & Co.
Tabellenbuch Holztechnik
Verlag Europa-Lehrmittel
Haan-Gruiten 1998, 1. Auflage    [Bei Amazon.de bestellen]

Jürgen Sell
Eigenschaften und Kenngrößen von Holzarten
Baufachverlag Lignum
Schweizerische Arbeitsgemeinschaft 1997, 4. Auflage    [Bei Amazon.de bestellen]