Birke

Kurzzeichen gem. DIN 4076: Birke (BI)
Europäschisches Kurzzeichen gem. DIN EN 13556: Gemeine Birke (BEPU, EU), Papierbirke (BTPP, AM)

 

Birke (Betula), Bouleau, Birch
Es gibt mehr als 50 Birkenarten in Europa (besonders Nord- und Osteuropa), Asien, dem Himalaja und in Nordamerika. Einige gedeihen noch jenseits des Polarkreises in Island, Grönland und Alaska. Hauptlieferant ist Finnland. Birken benötigen viel Licht. Charakteristisch ist auch die auffallend weiße, zähe Rinde vieler Birken, die seit Jahrtausenden von Menschen für die unterschiedlichsten Zwecke genutzt wird. So z.B. von den Indianern zur Herstellung von Kanus, in Lappland und Norwegen zum Eindecken von Dächern, für Schuhwerk, Körbe und Kisten und außerdem als Schreibpapier.

Bilder: Baum und Rinde

Birke Birke

Familie: Betulaceae

Hängebirke, Weißbirke,  Sandbirke (Betula pendula, Syn. Betula verrucosa) Heimisch in Europa und Kleinasien, angebaut in Gärten, Parks und an Straßen, im Wald als Schutzschirm (Vorwald) über empfindlichen Baumarten. Beliebter Zierbaum wegen seiner anmutigen Form mit hängenden Zweigen, junge Zweige klebrig. Holz verwendet als Schäl- und Brennholz. Baumhöhe bis 25 m. Blüht März bis April. Blätter unbehaart, Basis keilförmig. Rinde glänzend weiß mit dünnen Querlinien und größeren dunklen rhomboiden Rissen, an alten Bäumen dicke, rissige, harte Borke am Stammfuß. Junge Zweige unbehaart.

Papierbirke, Amerikanische Weißbirke (Betula papyrifera) Heimisch im nördlichen Teil Nordamerikas vom Pazifik bis Atlantik, auf einer Vielzahl von Standorten. Die wasserdichte Rinde wurde von Indianern zum Kanubau benutzt. Das Holz für Schlitten, Schneeschuhe, Kleinteile und als Brennholz. Heute oft als Zierbaum angebaut. Baumhöhe bis 40 m, Durchmesser bis 90 cm, an der nördlichen Verbreitungsgrenze strauchartig. Blüht März bis April. Rinde glänzend creme-weiß, papierartig schälend, frische Rinde blassgelbrötlich, bei alten Bäumen dunkle, rissige und schuppige Borke. Die Blätter behaart, unterseitig drüsig. Herbstfärbung gelb.

Schwarzbirke (Betula lenta) Heimisch im östlichen Nordamerika von Maine bis Georgia, angebaut in Parks und Forsten. Holz geeignet für Fußböden, Möbel und zum Bootsbau, Rinde und Holz duften süßlich und enthalten ein aromatisches Öl. Baumhöhe 20-25 m, Durchmesser bis 60 cm. Blüht im Mai. Die Rinde ist sehr dunkel und schuppig, schält nicht. Die Blätter haben unterseitig Haarbüschel in den Nervenachseln.

Gelbbirke (Betula lutea) Heimisch und häufig im Nordosten Nordamerikas, wichtiges Nutzholz für Fußböden, Möbel, Kleinteile, Kisten. Die Zweige und Rinde enthalten aromatisches Öl, der aufsteigende Saft im Frühjahr Zucker. Baumhöhe bis 30 m. Blüht im Mai. Die Blätter sind in den Nervenachseln auf der Unterseite behaart. Die Herbstfärbung ist hellgelb. Die Rinde ist hell goldbraun, die äußeren Schichten rollen sich auf.

Warzenbirke, Gemeine Birke (Betula verrucosa, Syn.: B. pendula) wie Hängebirke, bis 30 m hoch

Moorbirke, Haarbirke, Besenbirke (Betula pubescens) wie Warzenbirke aber Zweige nicht hängend, bevorzugt nasse Standorte. Höhe bis 21 m. Heimisch in Europa, einschließlich England und Nordasien.

Graubirke (Betula populifolia) Baumhöhe 6-12 m. Heimisch im östlichen Nordamerika, Pionierbaum bei der Wiederbesiedlung von  Brachland

Zuckerbirke (Betula lenta) Nordosten der USA

Zwergbirke (Betula nana) Nordasien und Europa bis zum Polarkreis, Strauch


Baumbeschreibung:

Schlanke, ziemlich gerade Ausformung bei Durchmessern von 40 bis 60 cm. Yellow und Paper Birch können bis 100 cm Durchmesser erreichen.

Holzbeschreibung:

Birke

Birke (altes Bild)

Farbe: Splint- und Kernholz zeigen keine Farbunterschiede (Splintholzbaum), sondern es besteht eine sehr ähnliche weiß-bis blassrötlichgelbe Färbung; dunkelt stark nach; gehobelte Flächen glänzen seidig.

Struktur: Die feinen bis mittelgroßen, zerstreuten Poren sind nur auf sehr glatten Hirnschnittflächen als helle Punkte erkennbar; die Porenrillen sind sehr fein, aber noch erkennbar. Die sehr feinen, zahlreichen Holzstrahlen bilden niedrige und unauffällige Spiegel sowie auf den Hirnflächen kleine, rötliche, tangential gerichtete Markstrahlflecken, die im Tangentialschnitt auffällige Streifen bilden. Zuwachszonen sind durch schmale, dunklere Spätholzlinien schwach abgezeichnet. Der Faserverlauf kann von manchen Wuchsgebieten wellig und unregelmäßig sein, was zu mehr oder weniger ausgeprägten Fladerungen führt (=geflammte Birke). Sehr homogenes, dichtes Holz mit verzögerter Kernholzausbildung.

Eigenschaften:

Das feine Holz ist hart, fest, zäh, ziemlich biegsam, elastisch, mäßig schwindend und hat ein mäßig gutes Stehvermögen. Neigung zum Werfen und Reißen.

Fehler: Kernfäule, Krummschaftigkeit, eingewachsene feine Rindenteile (=finnische Braunbirkenmaser) und rötliche "Markflecken" entstanden durch Insektenstiche in der Kambiumschicht.

Trocknung: Nicht ganz einfach. Birken verstocken leicht. Ihre Schnittware ist deshalb trocken und vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt im Schuppen zu lagern.

Verarbeitung: Gut zu sägen, zu messern und zu schälen. Alle anschließenden Bearbeitungen sind mit den üblichen Maschinen und Handwerkszeugen leicht und sauber auszufahren. Besonders ist das Holz gut zu polieren und zu drechseln. Die Oberflächenbehandlung ist mit allen Mitteln außer mit Polyestern nach sorgfältiger Glättung sehr gut und vielseitig möglich, besonders bieten sich Beizen und Polieren an.

Beständigkeit:

Nicht witterungsfest; stark anfällig für Pilzschäden (Polyporus) und für Insekten (Holzschädling: Xyloerus dometicus), rötlichbraune "Markflecken" (entstanden durch Insektenstiche in der Kambiumschicht); eingewachsene feine Rindenteile (=finnische Braunbirken-Maser); Kernfäule.

Verwendung:

Furnierholz, Sportgeräte, Flugzeugbau, Sperrholzfabrikation, Fuß- und Parkettböden. Gebeizt auch als Imitation für Nussbaum und Mahagoni.

Als Vollholz neben der Stuhl- und Tischfabrikation besonders dort, wo es auf Zähigkeit und Elastizität ankommt, wie z. B. für Drechslerarbeiten, Parkettböden, Gartenmöbel oder kleine Gegenstände wie Zwirnspulen, Wäscheklammern, Bürstendeckel, Bierfassspunde. Wegen seiner Dauerhaftigkeit unter Wasser auch für Wasserbauten. Als Schälfurnier vorzugsweise für Sperrholz oder als Messer- und exzentrisches Schälfurnier für Möbelfronten, besonders für Schlafzimmermöbel, sowie für dekorative Innenausstattungen mit Lichteffekten. Besonders begehrt sind aus Finnland schlichte bis geflammte Ware oder Sonderqualitäten wie Eisbirke oder nordische Maserschälfurniere, deren Zeichnung klimatisch bedingte Wuchsfehler mit einem wirren Faserverlauf bzw. sehr viele Faserabweichungen sind. Birke eignet sich auch zur Mahagoni- und Nussbaumimitation. Die leichteren blassgelb bis rötlichen amerikanischen Birken (= B. alleghaniensis =Yellow Birch) und die blassrötliche Sweet Birch (= B. lenta) empfehlen sich bedingt als Kirschersatz.


   Daten:

- Birke (Betula verrucosa)

- Kurzzeichen nach DIN 4070: BI 
- Rohdichte bei einer Holzfeuchte von u = 12 bis 15% (r12 - r15)

 

- Mittelwerte :

0,65 g/cm3

 

- Grenzwerte :

0,51 - 0,83 g/cm3
- Raumdichte (R) Mittelwerte: 513 kg/m3
- Differenzielles Schwind-/Quellmaß für Bereich u = ~5% bis u = ~20%:

 

- Schwindmaß V radial: 0,29 %  je 1% Holzfeuchte-Änderung 

 

- Schwindmaß V tangential: 0,41 %  je 1% Holzfeuchte-Änderung
- Wärmeleitfähigkeit nach DIN 4108: k.A. W/(m·K)
- Mittlere elastische Eigenschaftswerte:

 

- Elastizitätsmoduln E: EII = 16500 N/mm2

 

EIr = 1130 N/mm2

 

EIt = 630 N/mm2

 

- Schubmoduln G: long/radial = 1200 N/mm2

 

long /tangential = 930 N/mm2
- Mittlere Festigkeitswerte ("Bruchfestigkeiten"):
- Zugfestigkeit ZBII | ZBI : 137 N/mm2 | 7,0 N/mm2
- Druckfestigkeit: 43 - 60 N/mm2
- Quetschgrenze: k.A. N/mm2
- Biegefestigkeit: 120 - 147 N/mm2
- Scherfestigkeit: 12,0 N/mm2
- Torsionsfestigkeit: k.A. N/mm2
- Bruchschlagarbeit: 85 - 100 kJ/m2
- Biegeschwingungsfestigkeit: 35 N/mm2
- Härte nach Brinell bei 12% HF: HBII  = 49 N/mm2
HB  = 23 N/mm2
- Härte nach Janka bei 12% HF: HJII  = 49 N/mm2
HJ  = k.A. N/mm2
Werte beziehen sich auf eine Holzfeuchte von u = ~12%.

 

 


 

Quellenverzeichnis (Grafiken):

Dahms, Klaus Günther:
Das kleine Holzlexikon, (Roto-Fachbibliothek Band 1)
Wegra Verlag GmbH
Tamm 1996, 7. Auflage

Humphries / Press / Sutton:
Der Kosmos- Baumführer, Europäische Laub- und Nadelbäume
Kosmos Verlag GmbH
Stuttgart 1990, 4. Auflage    [Bei Amazon.de bestellen]

Nourney, Vollmer GmbH & Co.
Tabellenbuch Holztechnik
Verlag Europa-Lehrmittel
Haan-Gruiten 1998, 1. Auflage    [Bei Amazon.de bestellen]

Jürgen Sell
Eigenschaften und Kenngrößen von Holzarten
Baufachverlag Lignum
Schweizerische Arbeitsgemeinschaft 1997, 4. Auflage    [Bei Amazon.de bestellen]