Apfelbaum

Kurzzeichen gem. DIN 4076: Apfelbaum (AB)
Europäschisches Kurzzeichen gem. DIN EN 13556: Apfelbaum (MLSY, EU)

 

Apfelbaum, (Pirus malus), Pomme, Apple
Gattung mit etwa 25-30 Arten als Bäume und Sträucher. Vorkommen hauptsächlich in der nördlichen gemäßigten Zone (Mitteleuropa, Nordamerika, auch Australien und Indien). Zahlreiche Kulturvarietäten und Hybriden, die schwer zu bestimmen sind. Von der Gattung Pyrus (Birne) abgetrennt, weil die Griffel (Teil des Fruchtknotens, der an seinem oberen Ende die Narbe trägt) an der Basis verwachsen sind und nicht, wie bei der Birne, frei bleiben.

Apfelbaum Apfelbaum

Familie: Malus

Kultur-Apfel (Malus domestica)
Kleiner bis mittelgroßer Baum, etwa 10-15 m hoch. Blätter 4-13 x 3-7 cm, am Grunde meist rundlich, vorne leicht zugespitzt, gesägt, oberseits zerstreut kurzhaarig, unterseits dicht filzig behaart, Blüten weiß oder rosa überlaufen, filzig behaart am Kelch, am Stiel und an den Kelchblättern. Apfelfrucht groß, meist mehr als 5 cm breit, sortenabhängig gefärbt, meist wesentlich länger als der Stiel. Blütezeit Mai bis Juni. Vermutlich aus mehreren Wildformen entstanden, wobei neben dem einheimischen Holz-Apfel auch noch eine Reihe asiatischer Arten (Malus praecox, Malus dasyphylia u. a.) beteiligt sind. Mehr als 1000 Kulturvarietäten sind bekannt. Der Anbau bestimmter Apfelsorten ist gewissen modischen Geschmackswellen unterworfen. Kulturäpfel können verwildern und die typischen Sortenmerkmale rasch verlieren.

Außer den essbaren Apfel-Sorten werden einige Arten und Hybriden auch wegen ihres Blütenschmucks in Parks und Gärten angepflanzt. Dazu gehören neben den ostasiatischen Arten wie Tee-Apfel (Malus hupehensis), Beeren-Apfel (Malus baccate) oder Halls Apfel (Malus halliana).

Holz-Apfel (Malus sylvestris)
Kleiner Baum oder Strauch, bis etwa 10 m hoch mit dornenlosen oder (häufiger) dornigen Ästen. Rinde braun und rissig, in kleine Schuppen aufbrechend. Blätter 3-11 x 2,5-5,5 cm, oval bis elliptisch oder annähernd kreisrund, am Grunde breit-keilförmig, an der Spitze verschmälert, gekerbt oder gesägt, meist nur spärlich behaart. Blattstiel 1,5-3 cm lang. Blüten weiß oder rosa überlaufen, 3-4 cm breit, Stiele und Kelchboden fast kahl. Früchte 2,5-3 cm breit, gelblich-grün bis leicht rötlich. Blütezeit Mai. In Europa weit verbreitet, häufiger jedoch nur in den südlicheren Gebirgen. Stammart des Kultur-Apfels.

Japanischer Apfel (Malus floribunda)
Niedriger, recht breitkroniger Baum oder Strauch. In vielen Parks und Gärten angepflanzt.

Griechischer Apfel (Malus florentina)
Kleiner, dornenloser Baum bis 4 m Höhe. In Nordgriechenland und Jugoslawien.

Balkan-Apfel (Malus dasyphylia)
Kleiner bis mittelgroßer Baum, nur spärlich dornig. In feuchten Niederungswäldern des Donaubeckens und im nördlichen Balkan.

Dreilappiger Apfel (Malus trilobata)
Baum oder Strauch mit aufsteigenden Ästen. Blätter sehr auffällig, im Aussehen denen des Feld-Ahorns ähnlich. Nur in der Türkei und in Nordgriechenland.


Holzbeschreibung: Apfelbaum

Farbe: Das Holz des Apfelbaums ist rötlichbraun, das Splintholz hellrötlich (Kernholzbaum).

Struktur: Zerstreutporig. Gefäße und Markstrahlen lassen sich mit bloßem Auge nicht erkennen. Die Jahresringe sind durch wellige Spätholzlinien erkennbar.

Eigenschaften:

Das feinporige Holz ist hart, dicht, oft drehwüchsig und schwer spaltbar. Das Holz des Apfelbaums schwindet stark und ist wenig dauerhaft. Es lässt sich gut bearbeiten, drehen, schnitzen, messern, beizen und polieren.

Beständigkeit:

Nicht witterungsfest, es ist anfällig für Pilzbefall. Die Gefahr des Insektenbefalls kann beim Apfelbaum als gering bezeichnet werden.

Verwendung:

Als Furnier im Möbelbau, Spielzeugindustrie, Werkzeugfabrikation, Drechslerarbeiten und Schnitzereien.


   Daten:

- Apfelbaum (Pirus malus)

- Kurzzeichen nach DIN 4070: AB 
- Rohdichte bei einer Holzfeuchte von u = 12 bis 15% (r12 - r15)

 

- Mittelwerte :

0,70 - 0,80 g/cm3

 

- Grenzwerte :

k.A. g/cm3
- Raumdichte (R) Mittelwerte: k.A. kg/m3
- Differenzielles Schwind-/Quellmaß für Bereich u = ~5% bis u = ~20%:

 

- Schwindmaß V radial: k.A. %  je 1% Holzfeuchte-Änderung 

 

- Schwindmaß V tangential: k.A. %  je 1% Holzfeuchte-Änderung
- Wärmeleitfähigkeit nach DIN 4108: k.A. W/(m·K)
- Mittlere elastische Eigenschaftswerte:

 

- Elastizitätsmoduln E: EII = k.A. N/mm2

 

EIr = k.A. N/mm2

 

EIt = k.A. N/mm2

 

- Schubmoduln G: long/radial = k.A. N/mm2

 

long /tangential = k.A. N/mm2
- Mittlere Festigkeitswerte ("Bruchfestigkeiten"):
- Zugfestigkeit ZBII | ZBI : k.A. N/mm2 | 3,5 N/mm2
- Druckfestigkeit: 41 - 60 N/mm2
- Quetschgrenze: k.A. N/mm2
- Biegefestigkeit: 77 - 121 N/mm2
- Scherfestigkeit: k.A. N/mm2
- Torsionsfestigkeit: k.A. N/mm2
- Bruchschlagarbeit: k.A. kJ/m2
- Biegeschwingungsfestigkeit: k.A. N/mm2
- Härte nach Brinell bei 12% HF: HBII  = 55 - 57 N/mm2
HB  = 21 - 32 N/mm2
- Härte nach Janka bei 12% HF: HJII  = k.A. N/mm2
HJ  = k.A. N/mm2
Werte beziehen sich auf eine Holzfeuchte von u = ~12%.

 

 


 

Quellenverzeichnis (Grafiken):

Dahms, Klaus Günther:
Das kleine Holzlexikon, (Roto-Fachbibliothek Band 1)
Wegra Verlag GmbH
Tamm 1996, 7. Auflage

Humphries / Press / Sutton:
Der Kosmos- Baumführer, Europäische Laub- und Nadelbäume
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Stuttgart 1990, 4. Auflage    [Bei Amazon.de bestellen]

Nourney, Vollmer GmbH & Co.
Tabellenbuch Holztechnik
Verlag Europa-Lehrmittel
Haan-Gruiten 1998, 1. Auflage    [Bei Amazon.de bestellen]

Jürgen Sell
Eigenschaften und Kenngrößen von Holzarten
Baufachverlag Lignum
Schweizerische Arbeitsgemeinschaft 1997, 4. Auflage    [Bei Amazon.de bestellen]