Fichte
Kurzzeichen gem. DIN 4076: Fichte (FI)
Rotfichte (Picea abies), Spruce, Epicéa Bilder: Baum und Rinde |
|
|
Familie: Pinaceae Rotfichte
(Picea abies) |
Blaue Stechfichte (Picea pungens f. glauca) Amerikanische
Rotfichte - Budsonfichte (Picea rubens, Syn. Picea rubra) Sitkafichte
(Picea sitchensis) Siskiyou-Fichte
(Picea breweriana) Schimmelfichte
- Kanadische Weißfichte (Picea glauca) Stechfichte - Coloradofichte (Picea pungens) - Nordwestamerika, Höhe bis 30m, selten bis 45m. Blaue Engelmannfichte (Picea engelmannii f. glauca) - westliches Nordamerika, Höhe 30-45m. Schwarzfichte (Picea matiana) - Nordamerika, Höhe 10m, max. 30m. Yedo-Fichte (Picea jezoensis var. hondoensis) - Ostsibirien, auf den Kurilen und in Sachalin, Japan. Höhe 30m. Sibirische Fichte (Picea ebovata) - Eurasiens von Nordostskandinavien bis Ostsibirien. Höhe 20-50 m. Omorikafichte - Serbische Fichte (Picea omorika) - Serbien, Bosnien und Montenegro. Höhe bis 40 m. Orientalische Fichte (Picea orientalis) - Kleinasiens und Kaukasus, Zierbaum in Europa. Höhe 30-50m. Drachenfichte (Picea asperata) - westliches China. Höhe bis 30m. Sargent-Fichte (Picea brachytyla) - mittleres und westliches China. Höhe 25m. Koyama-Fichte (Picea koyamai) - Mitteljapan, Korea. Höhe 18m. Likiang-Fichte (Picea likiangensis) - westliches China, Tibet. Höhe bis 45m. Tigerschwanzfichte - Toranofichte (Picea polita) - Nord- und Mitteljapan. Höhe 20-30m. Westliche Himalaja-Fichte - Morindafichte (Picea smithiana) - westlicher Himalaja. Höhe 30-40m, max. 60m. Östliche Himalaja-Fichte - Sikkim-Fichte (Picea spinulosa) - östlicher Himalaja. Höhe bis über 60m. |
|
| Baumbeschreibung: | Die Fichte wächst rasch und ist gegen Frost, Unkraut und
Wildverbiss relativ unempfindlich. Aus diesen Gründen, und weil ihr Holz sehr vielfältig
verwendbar ist, hat sie bei uns eine große Verbreitung weit über ihr natürliches Areal
hinaus gefunden. Als wichtigster Holzlieferant der heimischen Forstwirtschaft und wegen
ihrer hohen Erträge gilt sie als der "Brotbaum" der Waldbesitzer. Auf
staunassen Böden wurzelt die Fichte häufig relativ flach und ist dann durch Sturmwurf
gefährdet. Auch Borkenkäfer und Nass-Schnee können zu empfindlichen Schäden führen.
Wenn die Fichte aber auf geeigneten Standorten wächst, sie mit anderen Baumarten gemischt
und ihre Stabilität durch regelmäßige Pflege gesichert wird, bildet diese Baumart
stabile, leistungsfähige Wälder. |
| Holzbeschreibung: |
Farbe: Gleichmäßig weiß, gelblichweiß bis rötlichweiß, ohne Kernfärbung (Reifholzbaum). Spätholz rötlichgelb. Frühholz fast immer weiß. Auffallende Alterstönung - gelblichbraun bis hellbraun. Gehobelte Flächen schwach seidigglänzend. Fichtenholz ist etwas weniger blassrötlich als Tannenholz. |
Struktur: Jahrringe je nach Wachstumsgebiet eng bis sehr breit. Jahrringgrenzen deutlich, übergang Frühholz - Spätholz innerhalb des Jahrrings überwiegend allmählich. Auf dem Längsschnitt markante Fladerung bzw. Streifung. Harzgallen kommen vor. Da die Äste meistens nach unten gerichtet sind, ergeben sich im Schnittholz ovale Querschnitte, was neben den nur bei der Fichte vorhandenen Harzkanälen ein Unterscheidungshilfsmittel gegenüber den runden, härteren und dunkleren Tannenästen ist. |
|
| Eigenschaften: | Gewicht stark schwankend, mäßig schwindend, gutes Stehvermögen. Die Festigkeitseigenschaften sind je nach Wuchsgebiet unterschiedlich, sind aber im Verhältnis zu seinem relativ geringen Gewicht sehr gut. Im frischen Zustand harzig. Ziemlich widerstandsfähig gegen Säuren und Alkalien. Fehler: Krümmungen, Unrundungen, Kernverlagerungen, Harzgallen, Rotfäule, Ringschäle, Querrisse, Drehwuchs sowie Haselwuchs (längsradial gewellt) kommen vor. Verarbeitung: Vorwiegend Sägen, gelegentlich Schälen. Sehr gut zu bearbeiten. Gut zu trocknen, gutes Stehvermögen. Leicht zu nageln, zu schrauben und zu spalten. Jegliche Oberflächenbehandlung ist möglich, lediglich Polieren ist etwas schwierig. Gut zu beizen und zu imprägnieren. |
| Beständigkeit: | Mäßig witterungsfest, nicht beständig gegen Pilz- und Insektenbefall. |
| Verwendung: | Als Vollholz das am meisten verbrauchte Nadelholz in der Bundesrepublik, weil vielseitig einsetzbar im industriellen Sektor, für Hoch- und Tiefbau, als Schreiner- und Ausstattungsholz, für Masten und als Grubenholz, für Tischlerplatten als Mittellagen sowie auch als Schälfumier. Ferner für die Zellstoff- und Papierfabrikation und für Holzwolle. Hochwertige, im Gebirge gewachsene, engringige Qualitäten als Klangholz. Großer, regelmäßiger Schnittholzimport aus Skandinavien und Osteuropa. Es werden auch nordamerikanische Fichten (Spruce), wie z. B. jüngst aus Kanada White S. (Picea glauca), importiert. |
| Daten: |
- Fichte (Picea abies) |
||
| - Kurzzeichen nach DIN 4070: | FI | ||
| - Rohdichte bei einer Holzfeuchte von u = 12 bis 15% (r12 - r15) | |||
|
|
- Mittelwerte : |
0,47 g/cm3 | |
|
|
- Grenzwerte : |
0,33 - 0,68 g/cm3 | |
| - Raumdichte (R) Mittelwerte: | 403 kg/m3 | ||
| - Differenzielles Schwind-/Quellmaß für Bereich u = ~5% bis u = ~20%: | |||
|
|
- Schwindmaß V radial: | 0,19 % je 1% Holzfeuchte-Änderung | |
|
|
- Schwindmaß V tangential: | 0,39 % je 1% Holzfeuchte-Änderung | |
| - Wärmeleitfähigkeit nach DIN 4108: | 0,11 W/(m·K) | ||
| - Mittlere elastische Eigenschaftswerte: | |||
|
|
- Elastizitätsmoduln E: | EII = 10000 N/mm2 | |
|
|
EIr = 800 N/mm2 | ||
|
|
EIt = 450 N/mm2 | ||
|
|
- Schubmoduln G: | long/radial = 600 N/mm2 | |
|
|
long /tangential = 650 N/mm2 | ||
| - Mittlere Festigkeitswerte ("Bruchfestigkeiten"): | |||
| - Zugfestigkeit ZBII | ZBI : | 80 - 90 N/mm2 | 2,7 N/mm2 | ||
| - Druckfestigkeit: | 43 - 50 N/mm2 | ||
| - Quetschgrenze: | 5,8 N/mm2 | ||
| - Biegefestigkeit: | 66 - 78 N/mm2 | ||
| - Scherfestigkeit: | 6,7 - 7,5 N/mm2 | ||
| - Torsionsfestigkeit: | II9,0 N/mm2 | I3,4 N/mm2 | ||
| - Bruchschlagarbeit: | 46 - 50 kJ/m2 | ||
| - Biegeschwingungsfestigkeit: | 20 N/mm2 | ||
| - Härte nach Brinell bei 12% HF: | HBII = 32 N/mm2 | ||
| HB┴ = 12 N/mm2 | |||
| - Härte nach Janka bei 12% HF: | HJII = 27 N/mm2 | ||
| HJ┴ = 16 N/mm2 | |||
| Werte beziehen sich auf eine Holzfeuchte von u = ~12%. | |||
Quellenverzeichnis (Grafiken):
Dahms, Klaus Günther:
Das kleine Holzlexikon, (Roto-Fachbibliothek Band 1)
Wegra Verlag GmbH
Tamm 1996, 7. Auflage
Humphries
/ Press / Sutton:
Der Kosmos- Baumführer, Europäische Laub- und Nadelbäume
Kosmos Verlag GmbH
Stuttgart 1990, 4. Auflage [Bei
Amazon.de bestellen]
Nourney, Vollmer GmbH & Co.
Tabellenbuch Holztechnik
Verlag Europa-Lehrmittel
Haan-Gruiten 1998, 1. Auflage [Bei
Amazon.de bestellen]
Jürgen Sell
Eigenschaften und Kenngrößen von Holzarten
Baufachverlag Lignum
Schweizerische Arbeitsgemeinschaft 1997, 4. Auflage [Bei
Amazon.de bestellen]


Fichte