Esche

Kurzzeichen gem. DIN 4076: Esche (ES)
Europäschisches Kurzzeichen gem. DIN EN 13556: Esche (FXEX, EU), Amerikanische Esche (FXXX, AM),
Japanische Esche (-), Olivesche (FXEX, EU)

 

Esche (Fraxinus), Common Ash, Frêne Commun, White Ash, Frêne d'Amerique, Amerikanische Weißesche
Sommergrüne Bäume. Vorkommen: Die gemeine Esche Europa, Vorderasien bis Kaschmir reichend, für die Weißesche Nordamerika (Mitte und Osten). Eschenmaser in Frankreich. Es gibt noch eine Reihe weiterer Arten, besonders aus Asien und Nordamerika.

Bilder: Baum und Rinde

Esche Esche

Familie: Oleaceae

Fraxinus excelsior (europ. und asiatische Herkünfte)
Fraxinus americana (US-Herkünfte)
Fraxinus ornus (Blumenesche, vorzugsweise aus Ungarn)

Gemeine Esche (Fraxinus excelsior)
Heimisch in Europa, bedeutender Nutzholzbaum für die Herstellung von Sportgeräten. Höhe 30 bis über 40 m. Blüht im April, einhäusig, Blüten eingeschlechtlich, aber auch zweihäusig oder zwitterig. Die männlichen Blütenstände  sind purpurrot, während des Pollenflugs gelb. Die weiblichen Blüten sind hellgrün, Blütenstände locker. Frucht mit 4 cm langen Flügeln, schwach gegerbter Spitze und einem winzigen Dorn. Reifen braun im Oktober und fallen im Laufe des Winters ab. Blatt mit 9-11 Fiederblättchen, Herbstfärbung gelb. Winterknospen schwarz.

Einblättrige Esche (Fraxinus excelsior f. diversifolia)
Fiederblatt mit meist nur einem Blättchen, gelegentlich auch 3 Blättchen, sonst wie die typische Form bzw. die Gemeine Esche.

Hängeesche (Fraxinus excelsior) 'Pendula'
Herabhängende Zweige, sonst wie die Gemeine Esche.

Weißesche (Fraxinus americana)
Heimisch in den östlichen USA. Als Zierbaum in Amerika und Europa angebaut. Höhe bis 35 m. Blätter aus 5-9, meist 7 Fiederblättchen, Herbstfärbung gelb. Borke  dick, bräunlich-grau, bei alten Bäumen tief gefurcht.

Blumenesche (Fraxinus ornus)
Heimisch im südlichen Europa und in Kleinasien, als Zierbaum weit verbreitet. Der Stamm scheidet einen süßen Saft, das sogenannte Manna, aus, das als mildes Abführmittel verwendet wird. Höhe 15-20 m. Blüht im Mai. Blatt mit 5-9 gezahnten Fiederblättchen, sehr variabel in Größe und Form.

Oregonesche (Fraxint,is latifolia)
Heimisch in den westlichen USA, wertvoller Nutzholzbaum. Höhe bis 23 m. Blüte im April. Blätter mit 5-9 ziemlich breiten Fiederblättchen, teilweise ungestielt. Rinde dunkelgrau, gelegentlich rötlich, breite schuppige Rücken.

Amerikanische Esche (Fraxinus pennsylvanica)
Heimisch im östlichen und mittleren Nordamerika, gelegentlich versuchsweise mit Erfolg auf Schwemmland und in Flußauen angebaut. Höhe bis 20m.

Arizona-Esche (Fraxinus velutina)
Heimisch im Halbwüstenklima der südwestlichen USA und in Mexiko. Höhe bis 15m.


Baumbeschreibung:

In den Wäldern tritt die Esche als typische Mischbaumart meist einzeln oder in kleinen Gruppen auf. Die raschwüchsige Esche kann über 40 Meter hoch und bis zu 250 Jahre alt werden. Im bewirtschafteten Wald wird die Esche wegen ihres wertvollen Holzes auf geeigneten Standorten als Mischbaumart eingesetzt, wo sie dann rasch wächst und mit 80 bis 120 Jahren geerntet wird. Die geraden, weitgehend zylindrisch gewachsenen Bäume weisen auf etwa 15 m astfreie Schäfte mit Durchmessern von 50 bis 80 cm auf. Gelegentlich Maserstämme.

Holzbeschreibung:

Esche

Esche (altes Bild)

Farbe: Bei europäischen und asiatischen Herkünften sind das frische Splint- und Kernholz zunächst sehr ähnlich von weißrötlicher bis blassgrauer Färbung, die auch häufig mehr zu gelblich-weißgrau übergehen kann. Der Splint ist sehr breit und bei zunehmender Austrocknung meist heller weißlich. Die Kernholzfarbe kann jedoch erhebliche Abweichungen im Sinne einer späteren hellbraunen Färbung aufweisen, besonders bei der sogenannten Olivesche mit einem bräunlich bis olivbraun gestreiften, aber wolkigen Farbton. Hingegen ist das amerikanische Weißeschenholz einheitlich hellfarbiger. Gehobelte Flächen mattglänzend.

Struktur: Grob- und ringporiges Holz, stark ausgeprägte Jahrringe, weil im Spätholz die Gefäße sehr klein werden. Durch die deutlichen Porenrillen der Frühholzzone entstehen auf den Längsschnitten markante Streiferzeichnungen oder Fladerung. Die Spätholzporen sind unregelmäßig von Speicherzellen umgeben, die an der Jahrringgrenze bandartig ausgezogen sind. Es können auch von der Fladerung unabhängig unregelmäßige, verschieden braungetönte, streifige, fleckige, wolkige, marmorierte Holzbilder entstehen. Eine besondere, aber seltenere Wuchseigenschaft ist eine deutliche Riegelung, die durch welligen Faserverlauf entsteht.

Eigenschaften:

Starke, vom Wuchsstandort abhängige Gewichtsschwankungen. Hartes, festes, langfaseriges, zähes Holz, schwindet mäßig, gutes Stehvermögen. Lässt sich schwer spalten. Hohe Elastizität und hervorragende dynamische Festigkeitseigenschaften erlauben seine Einordnung gleich nach dem Hickory. Kein Unterschied der mechanischen Eigenschaften zwischen braunkernigem und kernfreiem Material. Eigenartiger, aromatischer, süßlicher Geruch.

Fehler: Große Schwankungen in Gewicht und Farbe. Bei Amerikanischen Weißeschen sogenannter "Glaswurm" im Innern, welcher jedoch kein Insektenschaden ist, sondern die Folge einer Strangulierung des Kambiums durch Schlingpflanzen. Die Farbe neigt zum Vergilben.

Trocknung: Esche stapelt man zunächst im Freien. Die Hirnenden sind zu schützen. Regenwasser spült die Gerbsäure aus und macht das Holz milder und spannungsfreier. Bleibt aber Wasser im Stapel stehen, bilden sich braune Flecken (Lohflecken). Nach etwa einem Jahr muss das Holz in einem gedeckten, luftigen Schuppen gelagert werden

Verarbeitung: Vornehmlich Sägen, farblich und dekorativ besonders gezeichnete Stücke werden gemessert. Die Verarbeitung ist mit allen üblichen Maschinen und Handwerkzeug bedingt gut durchführbar. Herkunftsunterschiede von leichtem bis sehr groben und schwerem Holz machen sich entsprechend bemerkbar. Leichtes Holz neigt beim Hobeln zum Ausreißen. Die Kammertrocknung verläuft gut, jedoch langsam und ohne besonderes Verformen und Verziehen. Die Oberflächenbehandlung bereitet mit den meisten Mitteln keine Schwierigkeiten. Auch mit deckenden Oberflächenmaterialien ist die Holzstruktur erkennbar. Dieser Effekt wird oft genutzt.

Beständigkeit:

Gering witterungsfest, nicht beständig gegen Pilz- und Insektenbefall, neigt zu Verfärbungen.

Verwendung:

Als Vollholz für hochwertige Ansprüche, wo es besonders auf dynamische Festigkeit und Elastizität ankommt, wie z. B. für Sportgeräte, Stiele, Wagnerarbeiten, Waggonbau, beanspruchte Konstruktionen u. ä. Als Furnier, sofern milde und farbrein mit engen Jahrringen, für dekorative Verwendungen sehr begehrt im Innenausbau und für Möbel; die braunkernige "Olivesche" besonders für Küchenmöbel. Die Amerikanische Weißesche findet zunehmend Verwendung in der Schlafzimmerfertigung. Auch Maserfurniere werden erzeugt.


   Daten:

- Esche (Fraxinus excelsior)

- Kurzzeichen nach DIN 4070: ES 
- Rohdichte bei einer Holzfeuchte von u = 12 bis 15% (r12 - r15)

 

- Mittelwerte :

0,69 g/cm3

 

- Grenzwerte :

0,45 - 0,86 g/cm3
- Raumdichte (R) Mittelwerte: 568 kg/m3
- Differenzielles Schwind-/Quellmaß für Bereich u = ~5% bis u = ~20%:

 

- Schwindmaß V radial: 0,21 %  je 1% Holzfeuchte-Änderung 

 

- Schwindmaß V tangential: 0,38 %  je 1% Holzfeuchte-Änderung
- Wärmeleitfähigkeit nach DIN 4108: 0,17 W/(m·K)
- Mittlere elastische Eigenschaftswerte:

 

- Elastizitätsmoduln E: EII = 13000 N/mm2

 

EIr = 1500 N/mm2

 

EIt = 820 N/mm2

 

- Schubmoduln G: long/radial = 880 N/mm2

 

long /tangential = 620 N/mm2
- Mittlere Festigkeitswerte ("Bruchfestigkeiten"):
- Zugfestigkeit ZBII | ZBI : 130 - 165 N/mm2 | 7,0 N/mm2
- Druckfestigkeit: 44 - 52 N/mm2
- Quetschgrenze: 11 N/mm2
- Biegefestigkeit: 102  - 120 N/mm2
- Scherfestigkeit: 12,8 N/mm2
- Torsionsfestigkeit: II18,6 N/mm2  |  I16 N/mm2
- Bruchschlagarbeit: 68 kJ/m2
- Biegeschwingungsfestigkeit: 36 N/mm2
- Härte nach Brinell bei 12% HF: HBII  = 65 N/mm2
HB  = 37 - 41 N/mm2
- Härte nach Janka bei 12% HF: HJII  = 76 N/mm2
HJ  = 40 - 61 N/mm2
Werte beziehen sich auf eine Holzfeuchte von u = ~12%.

 

 


 

Quellenverzeichnis (Grafiken):

Dahms, Klaus Günther:
Das kleine Holzlexikon, (Roto-Fachbibliothek Band 1)
Wegra Verlag GmbH
Tamm 1996, 7. Auflage

Humphries / Press / Sutton:
Der Kosmos- Baumführer, Europäische Laub- und Nadelbäume
Kosmos Verlag GmbH
Stuttgart 1990, 4. Auflage    [Bei Amazon.de bestellen]

Nourney, Vollmer GmbH & Co.
Tabellenbuch Holztechnik
Verlag Europa-Lehrmittel
Haan-Gruiten 1998, 1. Auflage    [Bei Amazon.de bestellen]

Jürgen Sell
Eigenschaften und Kenngrößen von Holzarten
Baufachverlag Lignum
Schweizerische Arbeitsgemeinschaft 1997, 4. Auflage    [Bei Amazon.de bestellen]