Ahorn

 

Kurzzeichen gem. DIN 4076: Ahorn (AH)
Europäschisches Kurzzeichen gem. DIN EN 13556: Bergahorn (ACPS, EU), Feldahorn (ACCM,EU), Spitzahorn (ACPL,EU), Vogelaugenahorn (ACXX, EU), Zuckerahorn (ACSC,EU)

 

Ahorn, (Acer), Maple, Erable, Riegelahorn
Die umfangreiche und bedeutende Gattung Acer umfasst in den nördlichen gemäßigten Zonen etwa 150 Arten. Die Wuchsgebiete der 13 europäischen Arten sind England, West-, Zentral- und Südosteuropa bis Kleinasien. Andere bekannte  Arten, wie Eschenahorn (Acer negundo) und Zuckerahorn  (Acer saccharum) stammen aus Nordamerika. Der Ahorn ist ein laubwerfender, sommergrüner Baum, auch (seltener) ein Strauchgewächs. Die bekanntesten europäischen Ahornarten sind  Feldahorn (Acer campestre),   Spitzahorn (Acer platanoides) und der Bergahorn, bzw. Sycamore (Acer pseudoplatanus) .

Bilder Bergahorn: Baum und Rinde
Bilder Spitzahorn: Baum und Rinde

Bergahorn Bergahorn

Familie: Aceraceae

Berg-Ahorn (Acer pseudoplatanus)
Stattlicher Baum bis 35 m Höhe mit rundlicher Krone. Rinde grau, in kleinere, rechteckige Platten gefeldert, die zum Teil abschuppen und orangebraune Flecken hinterlassen. Äste sehr kräftig, aufrecht. Zweige kurz und gebogen, graugrün. Knospen 0,8-1 cm lang, eiförmig, von rötlichen Schuppen eingeschlossen. Blätter 10-15 cm lang, 51appig, spitz, grob gezähnt, oberseits dunkelgrün, unterseits blasser und mit Haaren an den Hauptnerven. Jüngere Bäume haben meist größere Blätter als ältere; die unteren beiden Blattlappen sind meist wesentlich kleiner als die übrigen. Blattstiele meist ziemlich lang. Blüten in 6-12 cm langen, hängenden Rispen, nach dem Laubaustrieb erscheinend. Flügelfruchtpaare etwa 6 cm breit, einen rechten Winkel einschließend, grünlich-rot, kahl. Blütezeit April. Wichtiger europäischer Waldbaum. In den Alpen bis zur Waldgrenze. Ziemlich häufig angepflanzt und praktisch überall eingebürgert.

Feldahorn Feldahorn

Feld-Ahorn - Maßholder (Acer campestre)
Meist kleinerer Baum, nur ausnahmsweise über 20 m hoch. Stamm gekrümmt. Krone kugelig gewölbt. Rinde grau oder braun, mit orangebraunen Furchen. Äste aufsteigend, nur wenig überhängend, an den Spitzen wiederum aufgebogen. Zweige braun und anfangs fein behaart, oberseits meist dunkler als unterseits, oft korkig. Knospen 3 mm lang, grau oder rötlichbraun, spitz, behaart. Blätter 4-12 cm lang, meist 3-51appig, Lappen keilförmig-länglich mit 3 gerundeten Spitzen, dick, etwas lederig, anfangs rötlich, später dunkelgrün. Blattstiel um 5 cm lang, schlank. Blüten zu wenigen in einer Rispe von 5-6 cm Höhe, mit den Blättern erscheinend, enthält männliche und weibliche Blüten. Flügelfrucht bis 5 cm lang, horizontal ausgebreitet. Blütezeit April-Mai. Formenreich. In Nord- und Mitteleuropa ziemlich weit verbreitet und häufig. Gelegentlich als Parkbaum gepflanzt.

Spitzahorn Spitzahorn

Spitz-Ahorn (Acer platanoides)
Stattlicher Baum bis etwa 30 m Höhe mit gewölbter, ausgebreiteter Krone auf ziemlich kurzem Stamm. Rinde grau, glatt, mit recht flachem Leistenmuster überspannt. Äste kräftig, aber wenig verzweigt. Zweige mattgrün oder rötlich überlaufen. Knospen eiförmig, spitz, abstehend. Blätter 10-15 cm lang, mit 5-7 lang zugespitzten, lang gezahnten Lappen; untere Lappen schmaler als die übrigen und eher von dreieckigem Umriss, oberseits hellgrün und glatt, unterseits blasser. Blattstiel bis 20 cm lang. Blüten zu 30 - 40 in aufrechten Rispen, vor dem Laubaustrieb erscheinend und erst nach der Laubentfaltung abblühend; Einzelblüten bis 8 mm breit, gelblich. Flügelfrüchte 6-10 cm breit, annähernd horizontal gestellt. Blütezeit März-April. Wichtiger Waldbaum in vielen Teilen Europas, im Süden dagegen nur in den Gebirgen. Häufig als Straßen- und Parkbaum angepflanzt.

Weitere Arten:

Zuckerahorn (Acer saccharum) Zierbaum in Gärten, Parks und an Straßen, als Holz- und Zuckerlieferant in Forsten. Baumhöhen bis 40 m. Heimisch im ganzen Osten Nordamerikas weitverbreitet bis an den Mississippi nach Westen reichend.
Silberahorn (Acer saccharinum) Oft niedrig und verzwieselt, größte Baumhöhe bis etwa 30 m. Heimisch im Tiefland des ganzen Ostens Nordamerikas. In Europa vielfach in Parks und als Straßenbaum gepflanzt.
Fächerahorn (Acer palmatum) Kleiner Baum bis 16 m Höhe mit gewölbter Krone. Ziemlich häufig in Gärten und Parks als Zierbaum angepflanzt.. Heimisch in Japan, China und Korea.
Felsenahorn (Acer monspessulanum) Strauch oder kleiner Baum bis etwa 15 m hoch werdend. Heimisch in Südeuropa und Westasien.
Eschen-Ahorn (Acer negundo) Ziemlich kleiner, aber raschwüchsiger Baum bis etwa 20 m Höhe und 60 cm Stammdurchmesser. Früher Gewinnung von Ahornsirup, heute in Europa vielfach nur noch als Park- und Zierbaum angepflanzt. Ursprünglich im östlichen und südwestlichen Nordamerika.
Schwarzer Ahorn (Acer nigrum) Geschätzter Parkbaum, Höhe bis 24 m. Kommt im nordöstlichen Teil Nordamerikas zusammen mit dem ihm ähnlichen Zuckerahorn (Acer saccharum) vor.
Griechischer Ahorn (Acer heidreichii) Mittelgroßer Baum bis etwa 25 m Höhe mit hochgewölbter Krone. In den Bergwäldern des Balkans beheimatet. Kaum angepflanzt.
Papierrinden-Ahorn (Acer griseum) zeichnet sich durch seine ungewöhnliche rötlich-braune Rinde aus, die sich in breiten Streifen ablöst, Vorkommen in China
Davids-Ahorn (Acerdavidii) Offenkroniger Baum bis 14 m hoch. Heimisch in China.
Balkanischer Ahorn (Acer hyrcanum) Kleiner Baum bis etwa 16 m Höhe mit kugeliger, gewölbter Krone. Waldbaum auf der Balkanhalbinsel und im Kaukasus.
Granada-Ahorn (Acer granatense) Der vorigen Art ähnlich, Nur in Südspanien, auf Mallorca und in Nordafrika beheimatet.
Französischer Ahorn (Acer monspessulanum) Kleinerer Baum bis etwa 12 m Höhe, manchmal auch strauchförmig, mit breiter, gewölbter Krone. Südeuropäische Art, in Deutschland bis zur unteren Mosel verbreitet.
Kretischer Ahorn (Acor sempemirens) Kleiner, immergrüner Baum bis etwa 12 m Höhe, oft auch als Strauch. Nur in Griechenland und auf Kreta.
Schneeball-Ahorn (Acer opalus) Kleiner Baum von 15-20 m Höhe, oft auch strauchförmig, mit breiter Krone. In den Gebirgen des westlichen Mittelmeergebietes und in den Südalpen.
Stumpfblättriger Ahorn (Acer obtusatum) Mit der vorigen Art sehr eng verwandt. Von Korsika und Sardinien bis ins östliche Mittelmeergebiet.
Rot-Ahorn (Acer rubrum) Schnellwüchsiger, einhäusiger Baum bis etwa 23 m Höhe. Im östlichen und mittleren Nordamerika beheimatet, aber häufig als Park- und Zierbaum gepflanzt.
Tataren-Ahorn (Acer tataricum) Kleiner, meist einhäusiger Baum bis 10 m Höhe, oft auch strauchig. In Südosteuropa und auf dem Balkan weit verbreitet. Seltener als Zier- oder Parkbaum gepflanzt.


Baumbeschreibung:

Der Ahorn wächst in der Jugend sehr schnell und kann auf guten Standorten Höhen von über 30 m erreichen. Er hat meist recht gerade und zylindrisch ausgeformte Stämme, die bis zu 15 m astfrei sein können. Durchmessern von 60 bis 100 cm. Ein Bergahorn kann bis zu 500 Jahre alt werden. Beim Spitzahorn ist dagegen das Höchstalter schon mit etwa 150 Jahren erreicht. Als Wuchsanomalien können am Stammfuß und an den Wurzelpartien Maserknollen entstehen, insbesondere beim Feldahorn und beim Oregonahorn (Acer macrophyllum) aus Nordamerika (Pazifikküste).

Holzbeschreibung:

Ahorn

Ahorn (altes Bild)

Farbe: Der Bergahorn (Splintholzbaum), dessen Splint über den ganzen Querschnitt reicht, ist fast rein weiß, der Spitzahorn (Splintholzbaum) etwas gelblich getönt bis schwach grau und der Feldahorn (Reifholzbaum) selten weiß, fast immer etwas rötlich getönt. Als Alterserscheinung zeigt Ahorn ein deutliches Vergilben. Splint- und Kernholz unterscheiden sich kaum, jedoch kann bei starken, älteren Bergahornstämmen der Kern von schwarzbraunen Streifen durchzogen sein. Ahornholz ist glänzend.

Struktur:  Die sehr feinen, zerstreuten Poren sind als Porenrillen nur auf sehr sauber gehobelten, ungeschliffenen Flächen noch erkennbar. Die ziemlich breiten und dicht gestellten Holzstrahlen beeinflussen, besonders beim Bergahorn, als rötliche, seidenglänzende Spiegel das Holzbild; beim Riegelahorn erscheinen die Holzstrahlen als Längsbänder. Maserfurniere aus den Knollen können die verschiedensten Zeichnungen haben. Die Jahrringzonen sind durch das als feines Band dunkel erscheinende Spätholz erkennbar; sie bilden besonders beim Feldahorn eine tangentiale, auffallende Fladerung; beim Bergahorn bewirken feine, dunklere Spätholzbänder eine Streifen- bzw. Fladerbildung. Die Jahrringgrenze ist beim Spitzahorn dunkler als beim Bergahorn und bei alten Bäumen feinwellig. Ahorn ist ein sehr homogenes, häufig grob bis sehr fein geflammtes oder geriegeltes, dichtes Holz.

Eigenschaften:

Das Holz ist mäßig hart, mittelschwer, fest, elastisch und zäh, schwindet mäßig, ist langsam zu trockenen, neigt zum Reißen, hat ein gutes Stehvermögen und ist gut zu bearbeiten.

Fehler: Verfärbungen; Drehwuchs.

Trocknung: Ahorn behält seine weiße Farbe nur bei anfangs stehender Trocknung im Schuppen. Die Bretter sind auf den Kopf zu stellen (Zopfstapelung), damit die im Stammende größere Wassermenge rascher verdunsten kann. Sobald die Bretter rund werden, muss waagerecht gestapelt und halbjährlich umgestapelt werden.

Verarbeitung: Hochwertige Furnierqualitäten werden eingemessert, sonst gesägt. Jedoch verlangt schon das Rundholz und danach auch die Schnittware eine besonders sorgfältige Holzpflege. Das Schnittholz ist leicht und sauber zu bearbeiten, besonders auch gut zu drechseln und zu schnitzen. Die Oberflächenbehandlung ist vielseitig, mit allen üblichen Mitteln sehr gut möglich, besonders auch zu zarten Farbtönen zu beizen und zu färben sowie zur Imitation anderer Hölzer durchzufärben, z. B. Ebenholz.

Beständigkeit:

nicht witterungsfest, es wird leicht von Pilzen befallen; neigt zu Verfärbungen und Drehwuchs. Bei falscher Trocknung blaustreifig.

Verwendung:

Ahorn-Messerfurniere waren zeitweilig sehr für helle Schlafzimmer- und Wohnzimmermöbel gefragt; dekoratives Ausstattungsholz, besonders begehrt sind Berg- und Spitzahorn. Als Vollholz für Drechselarbeiten, besonders Spitzahorn, Küchengeräte, Tischplatten. Besondere Qualitäten des Bergahorns mit engem und welligem Jahrringverlauf bei geringer Spätholzausbildung als Klangholz im Geigenbau, für Parkett, Schuhleisten; Feldahorn für Axtstiele. Die Vogelaugenmaser  ist ein Schälfurnier, das bei welligem Faserverlauf mit zahlreichen kleinen Stiftästen durchsetzt ist und vom nordamerikanischen Zuckerahorn (Acer sacharum) stammt. Der eschenblättrige Ahorn (Acer negundo) kann eine besonders intensive Riegelstruktur zeigen, ist jedoch technologisch weniger gut. Aus den West-USA kommende Maserknollen von Acer macrophyllum werden zunehmend importiert und durch besonderes Schälen zu Furnieren aufgearbeitet.


   Daten:

- Bergahorn (Acer pseudoplatanus)

- Kurzzeichen nach DIN 4070: AH 
- Rohdichte bei einer Holzfeuchte von u = 12 bis 15% (r12 - r15)

 

- Mittelwerte:

0,61 - 0,63 g/cm3

 

- Grenzwerte:

0,53 - 0,79 g/cm3
- Raumdichte (R) Mittelwerte: 520 - 532 kg/m3
- Differenzielles Schwind-/Quellmaß für Bereich u = ~5% bis u = ~20%:

 

- Schwindmaß V radial: 0,10 - 0,20 %  je 1% Holzfeuchte-Änderung 

 

- Schwindmaß V tangential: 0,22 - 0,30 %  je 1% Holzfeuchte-Änderung
- Wärmeleitfähigkeit nach DIN 4108: 0,16 - 0,18 W/(m·K)
- Mittlere elastische Eigenschaftswerte:

 

- Elastizitätsmoduln E: EII = 9400 - 11400 N/mm2

 

EIr = 1500 N/mm2

 

EIt = 890 N/mm2

 

- Schubmoduln G: long/radial = 1240 N/mm2

 

long /tangential = 1120 N/mm2
- Mittlere Festigkeitswerte ("Bruchfestigkeiten"):
- Zugfestigkeit ZBII | ZBI : 82 - 144 N/mm2 | - N/mm2
- Druckfestigkeit: 49 - 58 N/mm2
- Quetschgrenze: k.A. N/mm2
- Biegefestigkeit: 95 - 112 N/mm2
- Scherfestigkeit: 9,0 - 10,7 N/mm2
- Torsionsfestigkeit: 26 N/mm2
- Bruchschlagarbeit: 62 - 65 kJ/m2
- Biegeschwingungsfestigkeit: k.A. N/mm2
- Härte nach Brinell bei 12% HF: HBII  = 62 N/mm2
HB  = 27 N/mm2
- Härte nach Janka bei 12% HF: HJII  = 67 N/mm2
HJ  = 52 N/mm2
Werte beziehen sich auf eine Holzfeuchte von u = ~12%.
   Daten:

- Spitzahorn (Acer platanoides)

- Kurzzeichen nach DIN 4070: AH 
- Rohdichte bei einer Holzfeuchte von u = 12 bis 15% (r12 - r15)

 

- Mittelwerte :

0,66 g/cm3

 

- Grenzwerte :

0,56 - 0,81 g/cm3
- Raumdichte (R) Mittelwerte: 520 - 532 kg/m3
- Differenzielles Schwind-/Quellmaß für Bereich u = ~5% bis u = ~20%:

 

- Schwindmaß V radial: k.A. %  je 1% Holzfeuchte-Änderung 

 

- Schwindmaß V tangential: k.A. %  je 1% Holzfeuchte-Änderung
- Wärmeleitfähigkeit nach DIN 4108: 0,14 W/(m·K)
- Mittlere elastische Eigenschaftswerte:

 

- Elastizitätsmoduln E: EII = 11300 - 12000 N/mm2

 

EIr = k.A. N/mm2

 

EIt = k.A. N/mm2

 

- Schubmoduln G: long/radial = k.A. N/mm2

 

long /tangential = k.A. N/mm2
- Mittlere Festigkeitswerte ("Bruchfestigkeiten"):
- Zugfestigkeit ZBII | ZBI : 100 - 155 N/mm2 | 3,5 N/mm2
- Druckfestigkeit: 59 - 62 N/mm2
- Quetschgrenze: 10 N/mm2
- Biegefestigkeit: 114 - 137 N/mm2
- Scherfestigkeit: 9,0 - 12,4 N/mm2
- Torsionsfestigkeit: 26 N/mm2
- Bruchschlagarbeit: 65 - 68 kJ/m2
- Biegeschwingungsfestigkeit: k.A. N/mm2
- Härte nach Brinell bei 12% HF: HBII  = 62 N/mm2
HBI  = 29 N/mm2
- Härte nach Janka bei 12% HF: HJII  = 75 - 78 N/mm2
HJI  = 52 N/mm2
Werte beziehen sich auf eine Holzfeuchte von u = ~12%.

 

 


 

Quellenverzeichnis (Grafiken):

Dahms, Klaus Günther:
Das kleine Holzlexikon, (Roto-Fachbibliothek Band 1)
Wegra Verlag GmbH
Tamm 1996, 7. Auflage

Humphries / Press / Sutton:
Der Kosmos- Baumführer, Europäische Laub- und Nadelbäume
Kosmos Verlag GmbH
Stuttgart 1990, 4. Auflage    [Bei Amazon.de bestellen]

Nourney, Vollmer GmbH & Co.
Tabellenbuch Holztechnik
Verlag Europa-Lehrmittel
Haan-Gruiten 1998, 1. Auflage    [Bei Amazon.de bestellen]

Jürgen Sell
Eigenschaften und Kenngrößen von Holzarten
Baufachverlag Lignum
Schweizerische Arbeitsgemeinschaft 1997, 4. Auflage    [Bei Amazon.de bestellen]