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Padouk

Zu den farbigsten und technisch hochwertigsten Hölzern zählen die nach dem birmanischen Lokalnamen Padouk bezeichneten Arten. Sie gehören alle der botanischen Gattung Pterocarpus an, die mit der Gattung Dalbergia nahe verwandt ist; von der letzteren stammen die farblich sowie technisch sehr ähnlichen Hölzer der Gruppe Palisander/Jacaranda.

Verschiedene Arten beider Gattungen können so gleich aussehen, daß sie im englischen Sprachbereich mit gleichen Namen, wie z.B. „Rosewood" bezeichnet werden und nur noch mikroskopisch voneinander unterscheidbar sind.
Die holzwirtschaftlich wichtigen Padouk-Hölzer sind in den tropischen Trocken- und Feuchtwäldern Afrikas und Asiens mit meist kleinen bis mittelgroßen Bäumen verbreitet. Da einige Arten unter sehr verschiedenartigen Wachstumsbedingungen gedeihen können, sind oft größere Schwankungen in der Dimension der Stämme sowie im Gewicht, der Zeichnung und Splintbreite zu beobachten. -

Davon unabhängig sind bei den Padouk-Hölzern zwei verschiedene Farbgruppen zu unterscheiden: Eine mit überwiegend rotem Kernholz (A) und eine mit einer bräunlichen Grundfärbung (B), wobei beide Gruppen noch eine dunklere Farbstreifung aufweisen können.

A - Padouk mit überwiegend rotem Kernholz
Afrikanisches Padouk  
botanische Bezeichnungen Pterocarpus soyauxii, P. osun, P. tinctorius.
natürliche Verbreitung

Westafrika, Zentral- und Ostafrika (nur P. tinctorius)

weitere Handelsnamen

Mongola, Mbel, Osun (nur für P. osun),
Tacula (nur für P. tinctorius),
Westafrikan Pa

   
Andamen Padouk  
botanische Bezeichnungen P. dalbergioides
natürliche Verbreitung Andamanen, südl. Thailand
weitere Handelsnamen Andamen Redwood, Andamen Rosewood
   
Amboina Padouk (siehe B)  
botanische Bezeichnungen P. indicus, P. vidalianus (nur Philippinen).
natürliche Verbreitung Indonesien, Malaysia, Neuguinea, Philippinen, Salomonen
weitere Handelsnamen Angsana, Linggua, Narra , Papua-Neuguinea Rosewood, Solomons Padouk, Sena
   
Birma Padouk  
botanische Bezeichnungen P. macrocarpus, P. cambodianus, P. pedatus.
natürliche Verbreitung Birma (nur P. macrocarpus), Laos, Kambodscha, Thailand, Vietnam
weitere Handelsnamen Mai-Dou, Dang-Huong, Mai-Padou, Pradoo
   
B - Padouk mit überwiegend bräunlichem Kernholz
Amboina Paduk siehe Gruppe A - beide Farben möglich
   
Bijasal  
botanische Bezeichnungen Pterocarpus marsupium
natürliche Verbreitung Südindien, Sri Lanka
weitere Handelsnamen Asan, Vengai
   
Muninga  
botanische Bezeichnungen P. angolensis
natürliche Verbreitung Südl. Ost- u. Westafrika
weitere Handelsnamen Kiaat, Girassonde, Mutondo , Ostafrikan. Padouk, Umbila.
   
Pau Sangue  
botanische Bezeichnungen P. erinaceus
natürliche Verbreitung Senegal, Guinea bis ZAR
weitere Handelsnamen

African Rosewood, Vene


Beschreibung  
Stammform Nach Art und Herkunft stark schwankend; Durchmesser oft gering bei Pau Sangue und Muninga (0,3 bis 0,5 m), bei den meisten Arten um 0,6 m, nur bei Amboina Padouk und Afrikanischem Padouk häufig darüber, maximal 1,2 m; astfreie Längen von nur 4 bis 7 m bei Pau Sangue und Muninga, um 10 m bei Birma Padouk und bis 20 m bei Afrikanischem Padouk, letztere bei starken Durchmessern häufig mit „weichem Kern" und Innenrissen.
Gruppe A -
Farbe und Struktur des Holzes

Splint um 3 bis 6 cm, vereinzelt auch bis 10 cm breit, weißlich oder durch Pilze verfärbt. Kernholz korallenrot bis dunkel violettbraun, bei starker Belichtung leicht verblassend oder braungrau verfärbend. Häufig durch dunklere Zonen von etwa 5 mm Breite farbstreifig bzw. gefladert. - Die Poren sind mittelgroß bis grob und auf allen Schnittrichtungen gut wahrzunehmen. Die Markstrahlen sind fein und nur auf glatten Fladerschnitten durch ihre stockwerkartige Anordnung erkennbar. Die Speicherzellen beeinflussen nur auf Tangentialschnitten durch feine Fladern das Holzbild. Der Faserverlauf ist häufig wechseldrehwüchsig und ergibt einen deutlichen bis verlaufenden Glanzstreifen

Gruppe B -
Farbe und Struktur des Holzes
Splint um 2 bis 4 cm breit und gelblich weiß. Kernholz blaß gelblich bis braun mit dunkelbrauner Streifung in Pau Sangue und Muninga, bei den anderen Arten hell goldbraun bis mittelbraun, mit meist sich nur schwach abhebenden, dunkleren Spätholzzonen. - Poren überwiegend mittelgroß, im Frühholz oft locker grobporig. Speicherzellen durch helle Fladern oft stärker ausgeprägt als in Gruppe A; sonst wie Gruppe A.
Abweichungen

Beim Amboina Padouk kommen Maserknollen bis 1,5 m Durchmesser vor, die hoch bewertet werden. - In gleicher Art treten auffällige Farbvariationen auf, Herkünfte aus Indochina können rot oder gelblich rosa, aus Indonesien, den Philippinen und Salomonen rot oder hellbraun sein (Gruppe A und B).

Gesamtcharakter

Braune oder rote, teils auch farbstreifige Hölzer mit glatter und meist nur leicht poriger Oberfläche; teilweise auch aromatisch

Handelsformen

Furniere, gemessert oder geschält als Maserholz; Schnittholz, in allen üblichen Dimensionen möglich, Kürzungen häufig; Parkett, Rohfriese in allen Abmessungen von Afrikanischem Padouk und Muninga; Rundholz ab 0,4 bis 0,9 m Durchmesser häufig um 0,7 m bei Afrikanischem Padouk (vgl. „Stammform")


Daten  
Gewicht Afr. Padouk/Gruppe A Muninga/Gruppe B
-ungetrocknet Rundholz ca 980 kg/m³ ca 850 kg/m³
Druckfestigkeit (lufttrocken) ca.50 N/mm²  
Biegefestigkeit (lufttrocken) ca. 85 N/mm²  
   
Darrgewichte nach Farbgruppen
Gruppe A Afrik. Padouk ca. 700 kg/m³
  Andamanen Padouk ca. 720 kg/m³
  Birma Padouk ca 830 kg/m³
     
Gruppe B Amboina Paduk ca. 560 kg/m³
  Bijjsal ca. 660 kg/m³
  Muninga ca. 610 kg/m³
  Pau Sangue ca. 690 kg/m³
     
 
Eigenschaften

Bei den verschiedenen Arten bestehen hinsichtlich des Gewichtes bzw. der Härte teils erhebliche Unterschiede, so erfordern die meist schweren Hölzer der roten Gruppe A bei der Bearbeitung einen höheren Kraftaufwand als die der Gruppe B. Entsprechend leichter kann es auch bei der Gruppe A zum Ausreißen beim Hobeln bzw. zum Ausbrechen beim Fräsen und Drechseln kommen. Für Schrauben und Nägel ist vorzubohren. -

Jede Form der Trocknung ist bei den schweren Arten langsam zu führen, um eine Rißbildung zu vermeiden. Das Stehvermögen ist aufgrund der niedrigen Schwindungswerte n Gruppe A gut, in Gruppe B sehr gut und mit Teak vergleichbar. -

Das Kernholz aller Padouk-Hölzer ist besonders widerstandsfähig gegen Insekten- und Pilzbefall. - Auf der Oberfläche können nach der Bearbeitung hellgraue, feinem Schimmel ähnliche Ausblühungen auftreten; sie bestehen aus feinsten nadelförmigen Kristallen, aus Pterostilben, und sind leicht abwischbar. -

Trockene Hölzer können unabhängig von Art und Herkunft, mehr oder minder aromatisch sein, so daß auch die Bezeichnung „Rosewood" oder „Sandel" verwendet wird.

Oberflächenbehandlung

Padouk-Hölzer zeigen ihre oft besondere farbliche Attraktivität sehr gut nach einer halbglänzenden oder glänzenden Behandlung. Hierbei ist zuerst auf einen guten Isoliergrund zu achten, um ein Ausbluten der Inhaltsstoffe zu verhindern und um eine gute Haftung der porenschließenden Mittel zu fördern. Aufgrund der Lichtempfindlichkeit der roten Farben des Padouk ist die Anwendung besonderer Lichtschutzmittel sehr zu empfehlen.

Verwendungsbereiche

Grundsätzlich bestehen keine Unterschiede in den Anwendungen der Hölzer beider Farbgruppen (A, B); jedoch sind die Anwendungsmöglichkeiten asiatischer Arten, aufgrund eines hohen Eigenbedarfs in den Erzeugerländern, in Europa geringer als von solchen afrikanischer Herkunft. Letztere sind auch wegen der meist besseren Dimensionen und der größeren Vorkommen sowohl als Rund- oder auch als Schnittholz häufiger verfügbar, wodurch eine weitreichendere Verwendung dieser Arten möglich ist. Furniere für: Möbel und Innenraumgestaltung; als Vollholz für: Kleinmöbel, Gewehrschäfte, Parkett, Bootsbau, Rahmenhölzer, Zierkästen, Präzisionsgeräte, Griffe, Messerhefte, Ziergegenstände und Drechslerei, in Afrika auch für Schwellen sowie Schwerkonstruktionen.

Austauschhölzer

Austauschhölzer: für Gruppe A - Bubinga, Ostindisch Palisander, Pau Rosa; für Gruppe B - Bahia Rosenholz, Nußbaum, Trebol und Teak.

Literatur

Anonymus: Essencias Florestais da Gui¬ne Portuguesa, 2. Ministerio do Ultramar; Lissabon 1956.
Burgess, P. F.: Timbers of Sabah. San¬dakan 1966.
Dahms, K. G.: Afrikanische Exporthölzer. DRW-Verlag, Stuttgart 1978.
Dahms, K.-G.: Asiatische, ozeanische und australische Exporthölzer. DRW-Verlag, Stuttgart 1982.
Farmer, R. H.: Handbook of Hardwoods. BRE Princes Risborough/GB 1972.
Gottwald, H: Handelshölzer. Ferdinand Holzmann-Verlag, Hamburg 1958.
Pearson, R. S., u. Brown, H. P.: Timbers of India. Kalkutta 1932.
Pleydell, G. J.: Timbers of the British Solomon Islands. London 1970.
Schmidt, E: Überseehölzer Nr. 26, Haller¬Verlag Berlin, 1951.




 

Quellenverzeichnis:

Gesamtverbands Deutscher Holzhandel e.V.

Mit freundlicher Genehmigung des
Gesamtverbands Deutscher Holzhandel e.V. (GDHolz) / AAHolz GmbH
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