Amerikanisches Whitewood
Whitewood
| Das Amerikanische Whitewood, mit den Magnolien nahe verwandt, ist ein Beispiel für solche Holzarten, die nicht wegen eines besonderen Einzelmerkmales - sondern durch die Verbindung von ausgewogenen und verwendungsrelevanten Eigenschaften - einen besonderen Platz einnehmen. Da außerdem die Verarbeitungseigenschaften gut sind, hat diese Holzart in bestimmten Bereichen schon immer einen festen Platz eingenommen, der aufgrund reichlicher Vorräte auch auf andere Bereiche ausdehnbar ist. Hierbei ist zu beachten, daß nicht nur- wie bei dem Namen „Whitewood" erwartet werden könnte - das weiße Splintholz, sondern auch das teils unterschiedlich farbige Kernholz gemeint und verwendet wird. | |
| Natürliche Verbreitung und botanische Bezeichnungen |
Östliche Vereinigte Staaten, außer im äußersten Nord- und Südosten;
Hauptvorkommen in Carolina, Georgia und Virginia; in Deutschland als
Parkbaum häufig kultiviert. Liriodendron tulipifera, Familie der Magnoliaceen {siehe „Anmerkungen"). |
| Weitere Handelsnamen |
Canary Whitewood, Tulip Wood, Tulipanero, Yellow Poplar (siehe „Anmerkungen"). |
| Kurzzeichen nach DIN 4076 Blatt 1 | WIW |
| Beschreibung | |
| Stammform | Sehr große Bäume mit überwiegend gut geformten Stämmen (auf guten Böden); astfreie Längen bis 23 m mit Durchmessern bis 2,3 m, meist um 15 m Länge und mit Durchmessern um 1 m. |
| Farbe und Struktur des Holzes |
Der fast weiße Splint schwankt in der Breite nach Standort und Alter
zwischen 4 cm und 15 cm; daraus geschnittenes Holz wird in den USA auch
als „White Poplar" bezeichnet. Das allgemein als Kern bezeichnete, sich
aber ohne echte Verkernung bildende farbige innere Holz, ist
grundsätzlich von einer hell grünlichgelben Farbe. Es kann aber auch
durch mehr dunkelgrüne, fast rötliche oder gar schwärzliche Felder
beziehungsweise Streifen gezeichnet sein, in den USA oft als „Calico
Poplar" bezeichnet. Bei starker Lichteinwirkung erhalten die farbigen
Flächen einen meist olivfarbenen Ton. Poren fein, zerstreut und sehr
zahlreich, ohne Lupe nicht erkennbar. -Holzstrahlen schmal, auf glatten
Querschnitten als helle Linien und radial als niedrige Spiegel noch
wahrzunehmen. - Speicherzellen nur auf gut geglättetem Hirnholz als
sehr feine helle Linie, die jährliche Zuwachsgrenze markierend, im
farbigen Holz meist besser als im Splint erkennbar; auf Längsflächen
nur tangential als sehr feine Fladern wahrzunehmen. - Faserverlauf
überwiegend gerade. Durch das Fehlen von deutlichen Früh- oder
Spätholzzonen ohne markante Wachstumsstruktur. |
| Gesamtcharakter | Überwiegend hellfarbiges bis unregelmäßig farbstreifiges Holz ohne besonderes Strukturbild; ähnlich Linde, Pappel oder Erle. |
| Handelsformen |
Rundholz - Länge ab 3 m bis 6 m, Durchmesser ab 0,5 m; Schnittholz - Länge ab 1,8 m bis 4 m, Breite ab 10 cm, Stärke 24 mm bis 48 mm; Furniere (geschält). |
| Daten | |
| Gewicht | |
| - (Rundholz) | ca. 710 kg/m³ |
| - darrtrocken | ca. 0,44 g/cm³ |
| Druckfestigkeit (lufttrocken) | ca. 38 N/mm² |
| Biegefestigkeit (lufttrocken) | ca. 70 kp/mm² |
| Eigenschaften | Amerikanisches Whitewood ist ein „mäßig leichtes Holz" mit
entsprechenden Festigkeitseigenschaften und besitzt aufgrund fehlender,
strukturell hervortretender Wachstumszonen einen sehr gleichmäßigen Aufbau ohne
Unterschiede in der Porung, Dichte oder Härte. Daraus ergeben sich gute
Voraussetzungen für Trocknung, Bearbeitbarkeit und Stehvermögen. Die natürliche
und technische Trocknung verlaufen schnell und ohne Neigung zu besonderen
Fehlern; auffällig ist die hohe Schwindung bei Beginn der Trocknung und das gute
Stehvermögen nach der Trocknung. Die Verarbeitung, auch handwerklich, ist in
jeder Form leicht und gut durchführbar; beim Hobeln, Fräsen und Drechseln
entstehen besonders glatte Flächen und scharfe Kanten. Amerikanisches Whitewood
ist leicht, teils auch ungedämpft, zu messern oder schälen; die Furniere
trocknen ohne Buckel, Wellen oder Rißbildung. Die Leimbarkeit ist gut; das Holz
ist auch leicht zu nageln und zu schrauben, ohne zu spalten. -Das trockene Holz
ist geruch- und geschmacklos. Amerikanisches Whitewood ist ungetrocknet anfällig
für Pilzbefall. |
| Oberflächenbehandlung | Dieses Holz ist, ohne Rücksicht auf die Art der
Oberflächenbehandlung, als ein guter Träger für Anstriche aller Art,
einschließlich Polituren, bekannt. |
| Verwendungsbereiche | Aufgrund der nur mäßigen Härte und einer nicht ausreichenden
Pilzfestigkeit, aber einer guten Verarbeitbarkeit und eines gutes Stehvermögens,
ist das Amerikanische Whitewood ein im trockenen Innenbereich vielseitig
verwendbares Holz, wenn keine stärkeren mechanischen Beanspruchungen
auftreten: Als Vollholz für besonders glatte und saubere Leisten, Bekleidungen, Rahmen und Profile sowie für Gehäuse und Kästen mit eingebauten Geräten sowie für Möbelteile; außerdem für flächige Teile von Musikinstrumenten und als Blindholz sowie für Stab-Mittellagen unter hochwertigen Deckfurnieren, besonders im Piano-Bau. In den Erzeugerländern werden geringe Qualitäten für Kisten, Verpackungen und Holzschliff verwendet. Als Furnier für Absperrungen unter hochwertigen und großflächigen, oft polierten Deckfurnieren; in Nordamerika als Deckfurnier, teils auch gebeizt sowie für Tischler-und Furnierplatten. |
| Austauschhölzer | Linde (Tilia cordata), Pappel (Populus spp.), Evino (Vitex
pachyphylla), llomba (Pycnanthus angolensis), Kumbi (Lannea welwitschii), Limba
(Terminalia superba), Abachi, Wawa Samba, (Triplochiton scleroxylon), Jelutong
(pyera costulata). Ramin Pulai (Alstonia spp.), Assacu (Hura crepitans) und die
in den „Anmerkungen" aufgeführten Magnolia-Arten. |
| Anmerkungen | Die Bezeichnung „Whitewood" wird international u.a. auch für
Fichten- und Tannenholz verwendet, daher sollte für die hier dargestellte
Holzart stets die Beifügung „American" bzw. „Amerikanisches" zu der Bezeichnung
„Whitewood" gebraucht werden. - Die im englischenSprachgebrauch häufig
angewendeten Bezeichnungen „Poplar" oder "Tulip Wood" sind irreführend, da
Amerikanisches Whitewood zu einer anderen Pflanzenfamilie als Pappel gehört und
außerdem einen meist gleichmäßigeren Aufbau sowie eine glattere Oberfläche
besitzt. Die Bezeichnung "Tulip Wood" wird ebenfalls für andere und sehr farbige
harte Hölzer verwendet, wie zum Beispiel für das Brasilianische Tulpenholz oder
Bahia Rosewood von Dal-bergia decipularis aus der Familie der Leguminosen. -
American Whitewood wird gelegentlich auch mit den botanisch nahe verwandten,
farblich wie strukturell ähnlichen, aber um 15% bis 20% schwereren Hölzern
verschiedener, in den USA verbreiteten Magnolia-Arten vermischt, wie Southern
Magnoiia (Magnoiia grandiflora), Cucumbertree (M, acuminata) und Sweetbay (M.
virginiana). |
| Literatur | Betts, H.S.: Yellow Poplar, American woods. U.S. Dep. Agric.
Washington DC. 1945. Gottwald, H.: Handelshölzer. Ferdinand Holzmann-Verlag, Hamburg 1958. Farmer, R.H.: Handbook of Hardwoods. B.R.E. Princes Risborough/GB, London 1972. Lutz, J.F.: Veneer species that grow in the United States, For. Prod. Lab., Madison/USA 1972. |
Quellenverzeichnis:
Mit freundlicher Genehmigung
des
Gesamtverbands Deutscher Holzhandel e.V. (GDHolz) / AAHolz GmbH
www.holzhandel.de
Wer liefert Holz? - Suchdatenbank von holzhandel.de


