ABRICHTHOBELMASCHINE

Bau und Ausführung

  1. Aufgabetisch

  2. Abnahmetisch

  3. Schrägstellbarer Fügeanschlag

  4. schwenkbarer Hilfsanschlag

  5. Messerwellenverdeckung vor dem Anschlag

  6. Messerwellenverdeckung hinter dem Anschlag

  7. Stellteile (EIN-AUS, NOT-AUS)

  8. Höhenverstellung des Aufgabetisches

  9. Fügeleiste mit Halterung

  10. Absaugstutzen

Die sicherheitsgerechte Gestaltung von Abrichthobelmaschinen ist stark abhängig vom Herstellungsjahr der Maschine. Die technische Weiterentwicklung in den vergangenen Jahren und die Angleichung im europäischen Raum hat auch zu unterschiedlichen Sicherheitsanforderungen geführt.

Messerwelle

  • An Abrichthobelmaschinen sind nur runde Messerwellen mit einem Schneidenüberstand von max. 1,1 mm zulässig.

  • Man unterscheidet nach Art des Aufbaus in Keilleistenmesserwellen, Spiralmesserwellen und Tersa-Messerwellen. (Messerwellen in Klappenbauweise dürfen nicht mehr verwendet werden)

  • Auf der Messerwelle muss der Name oder das Zeichen des Herstellers angegeben sein.

  • Bei allen Arbeiten an der Messerwelle ist die Maschine gegen unbefugtes Einschalten zu sichern (z.B. Hauptschalter auf AUS)

  • Die Hobelmesser und Spannflächen in der Messerwelle sind vor dem Einsetzen der Hobelmesser zu säubern. Auch Harzansätze an der Spanbrecherkante sind zu entfernen.

  • Jeder Satz Hobelmesser muss aus gleich hohen und gewichtsgleichen Messern bestehen, damit keine Unwuchten in der Messerwelle auftreten.

  • Der Abnahmetisch und der Schneidenflugkreis der Messerwelle müssen auf einer Höhe liegen.


Messerwellenverdeckungen

Schutzbrücke

Gliederschwingschutz

Klappenschutz mit Fügeleiste

Die Messerwellenverdeckungen hinter dem Anschlag kann entweder durch die Anschlagführung, oder durch eine mitgeführte parallele Verdeckung (z.B. als Blech oder Holzbrett) oder durch einen am Anschlag befestigte Klappenverdeckung erfolgen.

 Arbeitsregeln

Grundsätzliche Arbeitsregel:
  • Werkstück nicht über die freie Messerwelle zurückführen.
  • Auf korrekte Handhaltung achten

Abrichten breiter Werkstücke:
  • Aufgabetisch auf vorgesehene Spanabnahme einstellen.
  • Bei verzogenen Werkstücken hohle (linke) Seite auf den Aufgabetisch legen.
  • Zum Vorschub die Hände mit geschlossenen Fingern flach auf das Werkstück legen.
  • Druck auf das Werkstück nur auf dem Abnahmetisch ausüben.
Fügen breiter Werkstücke
  • Vor dem Fügen (Anhobeln von Winkelkanten an hochkant zugeführte Werkstücke) den Fügeanschlag auf den vorgesehenen Winkel einrichten.
  • Aufgabetisch auf vorgesehene Spanabnahme einstellen.
  • Wenn möglich, Schutzeinrichtungen vor dem Anschlag so einrichten, dass ein Andruck des Werkstückes gegen den Fügeanschlag erzielt wird.
  • Das Werkstück mit der abgerichteten Fläche im Bereich des Aufgabetisches an den Anschlag anlegen.

Abrichten und Fügen schmaler Werkstücke

Wie auf folgenden Photos zu sehen ist, bietet der Hilfsanschlag beim Hobeln schmaler Werkstücke eine gute Auflage- und Führungsfläche für die Hände. Der Hilfsanschlag sollte dabei nicht schmäler als 65 mm und nicht höher als 25 mm sein.

... mit dem Klappenschutz:
  • Flachen Hilfsanschlag in Arbeitsstellung schwenken. Wenn dieser nicht vorhanden ist, dann einen Winkelhilfsanschlag am Fügeanschlag sicher befestigen. Der Hilfsanschlag gewährleistet eine sichere Auflagefläche für die Hände.
  • Dann wird der vordere Teil der Messerwelle mit dem Klappenschutz verdeckt.
  • Anschließend die Fügeleiste dicht an den Klappenschutz stellen.
  • Zum Schluss wird der Hilfsanschlag so eingestellt, dass ein leichter seitlicher Druck auf das Werkstück erfolgt.
  • Zum Vorschub die Hände mit geschlossenen Fingern flach auf das Werkstück und den Hilfsanschlag legen.
  • Druck auf das Werkstück nur auf dem Abnahmetisch ausüben.
... mit dem Gliederschwingschutz:
  • Flachen Hilfsanschlag in Arbeitsstellung schwenken. Wenn dieser nicht vorhanden ist, dann einen Winkelhilfsanschlag am Fügeanschlag sicher befestigen. Der Hilfsanschlag gewährleistet eine sichere Auflagefläche für die Hände.
  • Wenn ein Schwingschutz als vordere Werkzeugverdeckung verwendet wird, ist keine besondere Reihenfolge beim Einrichten der Maschine zu beachten.
  • Zum Vorschub die Hände mit geschlossenen Fingern flach auf das Werkstück und den Hilfsanschlag legen.
  • Druck auf das Werkstück nur auf dem Abnahmetisch ausüben.
... mit der Schutzbrücke:
  • Flachen Hilfsanschlag in Arbeitsstellung schwenken. Wenn dieser nicht vorhanden ist, dann einen Winkelhilfsanschlag am Fügeanschlag sicher befestigen. Der Hilfsanschlag gewährleistet eine sichere Auflagefläche für die Hände.
  • Der Brückenschutz hat im Gegensatz zur Klappenverdeckung einen höheren Bedienungskomfort, wobei sogar die Messerwelle nach dem Arbeitsgang automatisch wieder verdeckt wird.
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  • Druck auf das Werkstück nur auf dem Abnahmetisch ausüben.

 


Abrichten und Fügen kurzer Werkstücke
  • Grundsätzlich Aufgabetisch auf geringe Spanabnahme einstellen.
... mit dem Klappenschutz:
  • Messerwelle nur soweit unverdeckt lassen, wie es die Werkstückbreite erfordert.
  • Zuführlade auf das Werkstück auflegen.
  • Die Zuführlade mit beiden Händen am Griff, etwa 20° gegen die Vorschubrichtung gedreht, vorschieben.
  • Werkstück und Zuführlade nicht über die freie Messerwelle zurückführen.
Klappenschutz
... mit dem Gliederschwingschutz:
  • Auf die gleiche Art und Weise wie beim Klappenschutkönnen auch mit dem Gliederschwingschutz kurze Werkstücke sicher bearbeitet werden. Dabei bietet diese Schutzvorrichtung den zusätzlichen Vorteil, dass die Hobelmesserwelle nach dem Arbeitsgang automatisch wieder verdeckt wird.
Gliederschwingschutz
... mit der Schutzbrücke:
  • Das Werkstück mit der linken Hand auf den Aufgabetisch drücken  und mit dem von der rechten Hand geführten Schiebeholz vorschieben. Das Schiebeholz nicht dicker als das Werkstück sein.
  • Die linke Hand gleitet über die Schutzvorrichtung.
  • Wenn das Werkstück auch auf dem Abnahmetisch aufliegt, muss dort der Druck mit der linken Hand angesetzt werden, damit das Werkstück nicht flattert
  • Mit der linken Hand wird das Werkstück herausgeführt
  • Das Schiebeholz wird aufliegend nach rechts zurückgeführt
Schutzbrücke

Welche der drei Schutzvorrichtungen in Ihrem Betrieb auch zum Einsatz kommt, verzichten Sie beim Abrichten kurzer Werkstücke nie auf die Schiebelade beziehungsweise das Schiebeholz.
Nur so gehen Sie auf Nummer Sicher.

 

 


 

Quellenverzeichnis (Grafiken):

Holz BG