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Khaya

Das nach der afrikanischen Gattung Khaya bezeichnete Holz von der an der Westküste verbreiteten Art Khaya ivorensis zählt zu den am längsten bekannten Importhölzern. Es wird meist mit dem Holz von Khaya anthotheca zusammen gehandelt, das häufiger zur Verfügung steht und von der zuerst genannten Art oft kaum unterscheidbar ist. Wegen seiner hellen Rinde wird das Holz von Khaya anthoteca auch als „Acajou blanc" bezeichnet, und es wird dabei irrtümlich auf ein ebenfalls helleres Holz geschlossen (vgl. „Anmerkungen").
Die Khaya-Hölzer sind nahe botanische Verwandte des Amerikanischen Mahagoni (= Swietenia macrophylla) und der afrikanischen Mahagoni-Hölzer aus der Gattung Entandrophragma, wie z. B. das Sapelli sowie das Sipo und können ebenfalls als ein afrikanisches Mahagoni klassifiziert werden (vgl. Merkblatt Nr. 1 „Sipo", Nr. 2 „Sapelli" und Nr. 18 „Amerikanisches Mahagoni").
   
Natürliche Verbreitung und botanische Bezeichnungen

Afrika (Äquatorialguinea, Elfenbeinküste, Gabun, Ghana, Kamerun, Nigeria; für Khaya anthotheca außerdem: Angola, Kongo, Liberia, Uganda, Zaire und Zentralafrikanische Republik).

 

Khaya ivorensis und Khaya anthotheca; Familie der Meliaceen (Mahagonifamilie).

Weitere Handelsnamen

Acajou d'Afrique, -blanc, -rouge, Afrikanisches Mahagoni, Khaya Mahagoni, Grand Bassam, N'Dola, N'Gollon, Undianunu, Zaminguila.

Kurzzeichen nach DIN 4076 Blatt 1

MAA

   
Beschreibung  
Stammform Überwiegend gut geformt mit Wurzelanläufen bis in 2 m Höhe; astfreie Längen meist um 20 m und mit Durchmessern um 1 m, vereinzelt auch bis 30 m lang und 2 m stark.
Farbe und Struktur des Holzes

Splint gelblich grau bis rosagrau und 4 bis 6 cm stark. Kernholz (frisch) blaß rosa bis hell rötlich braun, teils vom Splintholz nur schwach unterschieden; trockenes Holz am Licht schnell und deutlich nachdunkelnd ohne an Glanz zu verlieren. Poren grob, zerstreut und häufig mit dunklen Kernstoffpartikeln angefüllt, wie es auch bei Cedro und Amerikanischem Mahagoni zu beobachten ist. Hierdurch kann Khaya eindeutig von dem ähnlich strukturierten Okoume und Meranti unterschieden werden. Holzstrahlen auf glatten Tangentialschnitten als feine, bis etwa 1 mm hohe „Strichelung" noch erkennbar. Speicherzelllen nicht wahrzunehmen. Zuwachszonen, vor allem bei Hölzern von Khaya anthotheca, durch wechselnde Häufigkeit der Poren angedeutet, können zu einer leichten, den Zuwachszonen entsprechenden Fladerstruktur führen. Wechseldrehwuchs unterschiedlich ausgeprägt, jedoch meist weniger deutlich als bei Sapelli, Kosipo oder Sipo.

Gesamtcharakter Rötlich braunes, meist schlicht strukturiertes Holz, das, wie Amerikanisches Mahagoni auch, in der Färbung und Dichte stärker schwanken kann.
Abweichungen Häufig mit feinen, dunklen« Gummiadern, auf Querschnitten als Bögen oder Kreise erkennbar. Vereinzelt mit „weichem Kern" und „Kurzbrüchigkeit" im innersten Kernholz nahe der Markröhre. - Extrem starke Anfüllungen mit dunkeln Kernstoffpartikeln.
Handelsformen

Rundholz: Durchmesser 0,6 bis 1,2 m und Längen ab 5 m aufwärts, für den Bootsbau bis 12 m.
Schnittholz: Alle üblichen Stärken in Zoll und metrisch, auch Fensterkanteln.
Furniere: Geschält und gemessert einschl. Pyramiden.
Platten: Sperrholz, auch für den Bootsbau.
Paneele und
Profilbretter: In verschiedenen Abmessungen.


Daten  
Gewicht  
- ungetrocknet (Rundholz)

ca. 720 kg/cm³

- gedarrt ca. 0,47 g/cm³
Druckfestigkeit (lufttrocken) ca. 42 N/mm²
Biegefestigkeit (lufttrocken) ca. 76 N/mm²
(Mittelwerte für Hölzer von Khaya ivorensis; die Werte für Khaya anthotheca liegen häufig ca. 15% höher)
   
 
Eigenschaften

Mäßig leichte (Khaya ivorensis) bis mäßig schwere Hölzer (Khaya anthotheca) mit Festigkeitseigenschaften, die denen des Ameriekanischen Mahagoni weitgehend entsprechen. Der Einschnitt des frischen Rundholzes verläuft ohne Schwierigkeiten. Die Bearbeitung des trockenen Holzes ist handwerklich oder maschinell gut durchführbar; nur bei sehr leichten Qualitäten oder sehr starkem Wechseldrehwuchs ist mit "faserigen" Hobelflächen zu rechnen. Schrauben, Nägel und Verleimung halten gut. Khaya ist gut messer- und schälbar. Die natürliche und auch die technichsche Trocknung verlaufen, trotz lamsamer Wasseraufnahme, schnell und ohne wesentliche Schwierigkeiten. Aufgrund der niedirgen, radial und tangential nur wenig voneinander abweichenden Schwindungswerte besitzt Khaya ein gutes Stehvermögen wie Amerikanisches Mahagoni.

 

Saftfrisches Holz ist anfällig für Wurmbefall; die Widerstandsfähigkeit des Kernholzes gegen Pilzbefall ist befriedigend. Khaya wird schnell durch Teredo und andere Holzschädlinge des Meeres- und Brackwassers befallen. Trockene Holzer ohne spezifischen Geruch.

Oberflächenbehandlung

Khaya kann bei entsprechender Trocknung mit allen am Außenbau und für die Innenverwendung bekannten Präperaten behandelt werden; es ist wie Sipo und Amerikanisches Mahagon ein problemloses Holz.

Zur Erhaltung der ansprechenden Naturfärbung sind transparente, klare oder auch hochglänzende Überzugsmittel zu empfehlen. Für Hölzer, die am Außenbau dem Regen und der Sonnes ausgesetzt werden, sind Lasuren vorzuziehen. Khaya kann gut gebeizt werden.

Verwendungsbereiche

Aufgrund der guten Verarbeitungseigenschaften, des guten Stehvermögens, der Witterungsfestigkeit und der oft sehr ansprechenden Färbung, die auch durch Nachdunklen ihren transparenten und für Mahagoni-Hölzer typischen Goldglanz nicht verliert, ist Khaya eine sehr vielseitig einsetzbare Holzart. Als Vollholz für Möbel, Sportboote, Marineboote, Fassadenelemnte, Rahmen (hörtere Qualitäten auch für Fenster), Profilbretter, Kästen für Präzisionsgeräte und Luxusverpackungen. Als Furnier für Möbel, Innenausbau und Paneele sowie lamellierte Schalen für den Bootsbau: mindere Qualitäten für Sperrhözer.

Austauschhölzer

Amerikansiches Mahagoni, Sipo, Tiama, Cedro, Bossé und Sapelli, tiels auch Rotes Meranti und Niangon (je nach Verwendung).

Anmerkungen

Khaya anthotheca gehört zu den stärker variierenden Arten und kann in allen Merkmalen den schwereren und dunkleren Hözern der Art Khaya grandifoliola weitgehend entsprechen. Hözer dieses Typs sind dem Sipo besonders ähnlich. - Früher wurde auch das Holz von Khaya senegalenss importiert, das härter und schwerer ist.

Literatur

Anonymus: Tropenhölzer. C.T.F.T., Nogent-sur-Marne/ Frankreich, 1954.

Dahms, K.-G.: DRW-Verlags GmbH, Stuttgart, 1978.

Famer, R. H.: A Handbook of Hardwoods 2. Aufl., B.R.E. Princes Risborough/GB., 1972.

Eggeling, W.J., & C. M. Harris: Fifteen Timbers of Uganda, in Forest Trees and Timbers of the British Empire. Clarendon Press, Oxford/GB., 1932

Gottwald, H.: Handelshölzer. Ferdinand Holzmann-Verlag Hamburg, 1958




 

Quellenverzeichnis:

Gesamtverbands Deutscher Holzhandel e.V.

Mit freundlicher Genehmigung des
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